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Bienenattacken nehmen Hornissen die Luft

18. Sep 2007 12:20
Honigbienen: Gemeinsam gegen Feinde
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Honigbienen auf Zypern haben eine effektive Methode entwickelt, ihnen körperlich überlegene Hornissen zu töten. Gemeinsam ersticken sie ihr Opfer, wie ein Video zeigt.

Eine höchst ungewöhnliche Methode der Feindabwehr haben Honigbienen auf Zypern entwickelt: Sie umringen und bedrängen angreifende Hornissen so lange, bis diese ersticken, wie Biologen im Fachjournal Current Biology (Bd. 17, S. 795) berichten. Die Bienen blockieren mit ihren Körpern die Atemöffnungen Orientalischer Hornissen (Vespa orientalis) an deren Hinterteil. «Sie haben anscheinend die Achilles-Ferse entdeckt», erklärt Alexandros Papachristoforou von der Aristoteles Universität in Thessaloniki.

Die Orientalische Hornisse gilt im südlichen Europa als einer der schlimmsten Imkereischädlinge. Die Räuber fangen Bienen am Flugloch ab und dringen sogar in die Stöcke ein, um deren Honig zu rauben.

Versuchter Hizetod

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Dass sich Honigbienen um Eindringlinge ballen, sei zuvor schon entdeckt worden, schreibt die Gruppe um Papachristoforou. Dies geschehe immer dann, wenn die Abwehr mit dem Stachel nicht möglich sei - beispielsweise bei Insekten mit hartem Außenpanzer. Ziel sei meist, den Angreifer bis zum Hitzetod «hochzuheizen».

Bei Orientalischen Hornissen sei dies aber schwer möglich, da diese sehr hitzetolerant seien, erklären die Forscher. Die Temperatur im «Verteidigungsball» erreicht etwa 44 Grad, die Hornissen können aber bis zu 51 Grad vertragen. Deshalb hätten die Bienen ihre Strategie abgewandelt und zielten auf die Atemöffnungen der Insekten ab. Bis der Angreifer erstickt sei, vergehe etwa eine Stunde, schreiben die Forscher.

Bedrängung am Hinterleib

Hornissen pumpen mit Muskelbewegungen des in Segmente gegliederten Hinterleibs Luft in spezielle Atemröhren, die ins Körperinnere führen. Beim Zusammenziehen strömt verbrauchte Luft aus, beim Entspannen frische Luft ein. Die Bienen verhindern das Nachströmen frischen Sauerstoffs, indem sie sich um den Hinterleib der Hornissen drängen und diesen so daran hindern, sich wieder auszudehnen.

In einem Laborversuch fixierten die Forscher Hornissen nach dem «Ausatmen», also dem Zusammenziehen der hinteren Segmente. Sie wiesen nach, dass schon das Blockieren zweier Segmente die Luftaufnahme um ein Drittel verringert. Bei vier fixierten Segmenten werde die Atmung gar um 87 Prozent reduziert.

Der Erstickungstod der Hornissen werde durch die hohen Temperaturen innerhalb des Bienenschwarms zusätzlich beschleunigt, schreiben die Wissenschaftler: Bei Hitze verlieren die Hornissen viel mehr Wasser, was die Kohlendioxidkonzentration in der Körperflüssigkeit der Insekten zusätzlich ansteigen lässt, so dass die Tiere schneller ersticken. (nz/dpa/ddp)

 
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