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Arktisches Eis gibt Nordwestpassage frei

16. Sep 2007 09:33
Gelb: Nordwestpassage; Blau: Nordostpassage; Dunkelgrau: Eisfrei; Grün: Eisdecke
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Die Eisdecke am Nordpol ist so dünn wie nie. Das weckt bei der internationalen Schifffahrt Begehrlichkeiten.

Das Eis rund um den Nordpol ist nach Beobachtungen der Europäischen Weltraumbehörde Esa so weit zurückgegangen wie nie zuvor. So viele freie Flächen in der arktischen See habe es seit Beginn der Satellitenbeobachtung vor 30 Jahren nicht gegeben, meldete die Esa auf ihrer Internetseite.

Die Aufnahmen der ESA zeigen, dass sich das Meereis nur noch auf einer Fläche von rund drei Millionen Quadratkilometern ausbreitet. Das sei gut eine Million Quadratkilometer weniger als im Vergleich zu den Tiefstständen in den Jahren 2005 und 2006, berichtet die Esa.

Nordwestpassage befahrbar

Der Verlust einer Eisfläche in dieser Größenordnung sei «extrem», sagte Leif Toudal Pedersen vom dänischen Raumfahrtzentrum. Im Durchschnitt sei in den vergangenen zehn Jahren lediglich ein Rückgang von rund 100.000 Quadratkilometern gemessen worden.

Die Satellitenbilder zeigen, dass sogar die Nordwestpassage vor der Küste Kanadas mittlerweile komplett eisfrei und damit befahrbar ist. Das weckt nach Angaben von Pederson die Hoffnung, dass die Wasserstrasse früher als bislang angenommen vollständig für den Schiffsverkehr geöffnet werden kann. Die Nordwestpassage stellt für Schiffe, die zwischen Pazifik und Atlantik unterwegs sind, eine alternative Route zum Panamakanal dar.

So dünn wie nie

Die McClure-Straße am Kanadisch-Arktischen Archipel: Seit Anfang August eisfrei
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Bereits zuvor hatte das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven darauf hingewiesen, dass die arktische Eisdecke nahe des geographischen Nordpols stellenweise deutlich dünner als noch vor sechs Jahren ist. Das Zentrum für Marine- und Atmosphärische Wissenschaften (ZMAW) der Universität Hamburg hatte ebenfalls gemeldet, die Eisfläche kurz vor Ende des arktischen Sommers sei so klein wie noch nie. In den 1980er Jahren seien noch 5,5 Millionen Quadratkilometer mit Meereis bedeckt gewesen.

Das zurückgehende Eis am Nordpol weckt bei den angrenzenden Staaten Begehrlichkeiten auf die Rohstoffe der Region. In der Arktis werden nach einer US-Studie bis zu einem Viertel der weltweit noch unentdeckten Gas- und Ölvorräte vermutet. Russland, Dänemark, Norwegen, Kanada und die USA erheben Ansprüche auf die Förderung. (nz/AP/dpa)
 
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