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Lebensmittelfarbe fördert Hyperaktivität

06. Sep 2007 19:58
Gummibärchen in einer Verpackungsmaschine
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Die EU-Kommission sorgt sich darum, dass Lebensmittelzusätze Hyperaktivität bei Kindern verstärken könnten. Zu diesem Ergebnis kam eine neue Studie aus Großbritannien.

Eine neue britische Studie hat die EU-Kommission alarmiert: Womöglich können künstliche Lebensmittelfarben und ein Konservierungsmittel bei Kindern zu hyperaktivem Verhalten führen. Brüssel beauftragte am Donnerstag die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dem Verdacht nachzugehen. Das britische Medizinjournal «The Lancet» hatte zuvor über die Studie berichtet (DOI: 10.1016/S0140-6736(07)61306-3).

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Demnach verstärken offenbar bestimmte Lebensmittelfarben und Konservierungsstoffe das Risiko bei Kindern, überaktives Verhalten zu entwickeln. Schon seit längerem wurde spekuliert, dass es zwischen Ernährungs-Zusatzstoffen und Hyperaktivität einen Zusammenhang geben könnte – dies ist aber die erste Studie, die eine Verknüpfung belegt. Die britische Lebensmittelbehörde FSA riet allen Eltern von hyperaktiven Kindern oder solchen mit dem Zappelphilipp-Syndrom (ADHS), ihren Kleinen keine künstlich gefärbten Lebensmittel zu geben.

An der Studie nahmen rund 300 Kinder teil, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Sie wurden gebeten, über den Zeitraum von sechs Wochen Fruchtsäfte zu trinken. Bei zwei der drei Gruppen waren die Säfte aber mit den Farbstoffen Sunsetgelb (E110), Chinolingelb (E104), Azorubin (E122) und Allularot (E129) sowie dem Konservierungsstoff Natriumbenzoat (E211) versetzt. Letzteres wird häufig Erfrischungsgetränken wie Cola beigemischt.

Die Flüssigkeiten, die den Drei- beziehungsweise Acht- bis Neunjährigen gegeben wurden, entsprachen den Forschern zufolge Getränken, die im Handel erhältlich sind. In der Untersuchung fanden die Wissenschaftler heraus, dass in beiden Altersgruppen die Kinder, die die präparierten Flüssigkeiten zu sich nahmen, unruhig wurden und leichter die Konzentration verloren.

«Diese Ergebnisse zeigen, dass ungünstige Wirkungen nicht nur bei Kindern mit extremer Hyperaktivität (wie ADHS), sondern auch in der normalen Bevölkerung auftreten», schreiben die Forscher in ihrer Studie. Es reiche nun nicht aus, dass Eltern entsprechende Nahrungsmittel aus dem Speiseplan nehmen, um ihre Kinder vor Hyperaktivität zu schützen, sagte Mitautor Professor Jim Stevenson von der Universität Southampton. «Wir wissen, dass viele andere Einflüsse daran beteiligt sind, aber dies ist zumindest einer, den das Kind vermeiden kann.»

Wie ein Behördensprecher der EFSA sagte, prüft die Behörde derzeit alle Lebensmittelfarben auf ihre Verträglichkeit. Sowie es Ergebnisse gebe, werde die Kommission prüfen, ob Schutzmaßnahmen nötig seien.

 
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