Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Dresdner Behörde gegen Fledermäuse im Elbtal

28. Aug 2007 14:06
Kleine Hufeisennase
Bild vergrößern
Das Dresdner Regierungspräsidium hat sich ausgiebig mit der Kleinen Hufeisennase beschäftigt. Grund ist der gerichtlich verhängte Baustopp für die umstrittene Waldschlößchenbrücke.

Die geplante Waldschlößchenbrücke im Dresdner Elbtal gefährdet aus ehördensicht nicht die bedrohte Fledermausart Kleine Hufeisennase. Das Elbtal sei am betroffenen Standort wegen «fehlender Orientierungsstrukturen» wie Bäume und Sträucher kein geeignetes Jagdgebiet für das Tier, begründete das Regierungspräsidium am Dienstag seine Beschwerde gegen den gerichtlich verfügten Baustopp für die Brücke. Zudem liege das Gebiet außerhalb des Jagdradius.

Wegen des seit Jahren umstrittenen Bauprojekts hatte das Unesco- Welterbekomitee die Flusslandschaft 2006 auf die Rote Liste der gefährdeten Stätten gesetzt. Das Gremium stellte Deutschland erst Ende Juni ein Ultimatum bis zum 1. Oktober für die Vorlage von Alternativen zur Waldschlößchenbrücke. Entsteht die Brücke wie geplant, wird der Welterbe-Titel aberkannt.

Baubeginn ausgesetzt

Mehr in der Netzeitung:
Das Verwaltungsgericht Dresden hatte das Projekt am 9. August gestoppt - vier Tage vor dem geplanten Baubeginn. Bei der Planung der neuen Elbquerung seien die Belange der vom Aussterben bedrohten Kleinen Hufeisennase nicht ausreichend gewürdigt worden, befanden die Richter. Naturschutzverbände hatten geklagt.

Das Regierungspräsidium legte am 10. August Rechtsmittel ein. Nun folgte die Begründung dafür. Demnächst muss sich das Sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen mit dem Fall befassen. Wann die Entscheidung fallen sollte, war am Dienstag noch unklar.

Keine Gefährdung

Hintergrund:
Außerdem stellte das Regierungspräsidium den Antrag, die aufschiebende Wirkung des Dresdner Urteils für die Dauer des Beschwerdeverfahrens in Bautzen auszusetzen. Damit sollten sofort Baumaßnahmen ermöglichen, die «die Kleine Hufeisennase nicht gefährden können», hieß es. Das Regierungspräsidium hatte sich bereits zuvor wiederholt für die umstrittene Brücke stark gemacht und den Beginn der Bauarbeiten vorangetrieben.

In der Begründung der Beschwerde beschäftigten sich die Beamten ausgiebig mit der Biologie der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und gingen dabei auch auf ihre Flugrouten ein. Demnach sind die Tiere in der Lage, das künftige Brückenbauwerk problemlos zu unterqueren. Als «lichtscheue Art» könne die Kleine Hufeisennase mit ihrem Ortungsradius von fünf bis acht Metern auch nicht von Insekten im Umfeld der Brückenbeleuchtung angelockt werden. (dpa)

 
Drucken
Versenden
  • Bookmark:
  • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
  •  Berlin 21°
  •  Hamburg 16°
  •  Köln 21°
  •  Frankfurt 23°
  •  Stuttgart 18°
  •  München 18°
Aus anderen Ressorts
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Zur NZ-Jobsuche
Anzeigen:
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.