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Forscher schaffen Mäuse mit Putzzwang

23. Aug 2007 11:02
Manipuliert im Dienste der Wissenschaft: Labormäuse
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Forscher haben das Erbgut von Mäusen so verändert, dass diese an einer permanenten Zwangsstörungen leiden. Dadurch soll die psychische Erkrankung besser verstanden werden.

Ein internationales Forscherteam hat gentechnisch veränderte Mäuse mit einem Putzzwang geschaffen. Die besessenen Nager sollen künftig als Modelltier zur Erforschung von Zwangserkrankungen des Menschen dienen, meinen die Wissenschaftler. Sie hoffen, mit Hilfe der Mäuse die Entstehung der psychischen Erkrankung besser verstehen und vor allem neue Therapien entwickeln zu können. Die Arbeit wurde in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature (Bd. 448, S. 894; doi:10.1038/nature06104) veröffentlicht.

Das Team um Guoping Feng vom Duke University Medical Center in Durham im US- Staat erzeugte die zwangsgestörten Mäuse, in dem sie im Erbgut der Nager das Gen SAPAP3 ausschalteten. Dieses bildet vor allem im so genannten Striatum des Gehirns ein Protein, das an der Kommunikation der Nervenzellen beteiligt ist.

Erkrankung bislang nur wenig verstanden

Mehr in der Netzeitung:
Die manipulierten Mäuse verhielten sich ängstlicher als normale Mäuse. Zudem putzten sie sich ununterbrochen, selbst dann noch, wenn sie dadurch ihr Fell verloren und ihre Haut verletzten. Verabreichten die Forscher den Mäusen Medikamente, die auch zur Behandlung von zwangserkrankten Menschen eingesetzt werden, verschwanden die Symptome.

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter Zwangsstörungen. Den Betroffenen drängen sich immer wieder quälende Gedanken auf, die sie durch die immer gleichen Handlungen loswerden wollen. Häufig ist etwa der Waschzwang, bei dem die Patienten sich dauernd waschen, um vermeintliche Bakterien und Verunreinigungen zu entfernen. Die neurologischen Grundlagen der Erkrankung sind bislang nur schlecht verstanden.

Mehr im Internet:
Beim Menschen seien vermutlich mehrere Gene sowie Umwelt- und Entwicklungseinflüsse an der Entstehung von Zwangserkrankungen beteiligt, kommentiert Steven Hyman von der Harvard Medical School in Nature (S. 872). Nichtsdestotrotz erlaubten die Modellmäuse wichtige Einblicke in das zelluläre Geschehen bei Zwangsstörungen. (nz/dpa)
 
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