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Mond-Wissen aus politischen Gründen lückenhaft

23. Aug 2007 09:02
Soll Licht ins Dunkel bringen: deutsche Mondmission
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Die Mondforschung wurde drei Jahrzehnte lang vernachlässigt. Sollte die Finanzierung stimmen, wollen deutsche Forscher den Boden des Erdtrabanten durchleuchten.

Der Mond ist zwar der nächste Nachbar der Erde, das Wissen über den Trabanten ist nach Auskunft des Berliner Planetenforschers Ralf Jaumann aber immer noch lückenhaft. «Der Mond ist 30 Jahre lang vernachlässigt worden», sagte Jaumann im Gespräch mit der dpa in Potsdam.

Die US- amerikanischen «Apollo»-Mondlandungen hätten besonders politische und weniger wissenschaftliche Ziele gehabt. «Noch immer wissen wir nur wenig über den Mond - das soll sich ändern», betonte der Vizedirektor des Berliner Instituts für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Eintrittskarte

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Die zu diesem Zweck geplante deutsche Mondmission werde wichtige Erkenntnisse über die Geschichte der Planeten in den vergangenen 4,5 Milliarden Jahren ermöglichen, ergänzte Jaumann. Das Vorhaben könnte bereits 2012 starten, also ein Jahr früher als geplant. Das Vorhaben wäre «die Eintrittskarte für weitere internationale Aktivitäten auf dem Mond», ergänzte der Planetenforscher.

«Eine rein deutsche Expedition würde die Verhandlungsposition bei zukünftigen internationalen Weltraumprojekten stärken», erläuterte Jaumann. Während der Mission sollen ein Hauptsatellit und ein Tochtersatellit vier Jahre lang um den Erdtrabanten kreisen und seine Oberfläche, seine Anziehungskraft und sein Magnetfeld analysieren.

Machbarkeitsstudie bis November

Mit Radaraufnahmen soll der Mondboden, der aus einer bis zu 4,5 Milliarden alten Trümmerschicht besteht, bis zu 100 Meter tief durchleuchtet werden. Der kleinere Tochtersatellit soll sich erst im Weltraum für Experimente auf der Rückseite des Mondes vom Mutterschiff abkoppeln.

Bis November wird nach DLR-Angaben eine Studie über die technische Machbarkeit erstellt, voraussichtlich im Frühjahr 2008 soll die Bundesregierung über das Projekt mit dem Arbeitstitel «Lunarer Explorations Orbiter» entscheiden. (dpa)

 
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