netzeitung.de«Sicherheitslage im Irak dramatisch verbessert»

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Alltag im Irak: Bombenanschläge (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Alltag im Irak: Bombenanschläge
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Fast täglich kommen im Irak Menschen bei Selbstmordattentaten ums Leben, weder Regierung noch US-Militär bekommen die Lage in den Griff. Der irakische Botschafter sieht dennoch alles positiv.

Trotz der täglichen Meldungen über Anschläge im Irak sieht der irakische Botschafter in Deutschland, Alaa al Hashimy, sein Land auf einem guten Weg. «Von innen heraus betrachtet hat sich die Sicherheitslage im Irak tatsächlich dramatisch verändert – zum Positiven», sagte al Hashimy dem «Tagesspiegel». So habe sich die Situation «in vielen Regionen verbessert», seit vor einigen Monaten begonnen wurde, den neuen Sicherheitsplan umzusetzen.

Als Beispiel nannte der Botschafter die Provinz Anbar, in der Ramadi liegt. Bis vor kurzem sei Ramadi noch ein «Hauptquartier von Al Qaeda» gewesen, meinte al Hashimy. Nun arbeiteten die Stammesoberhäupter der Region mit den US-Truppen zusammen. «Gemeinsam ist es ihnen gelungen, die Terroristen aus Ramadi zu vertreiben.»

Eine andere Einschätzung als der Botschafter hatte dagegen am Wochenende der irakische Regierungschef Nuri al Maliki geäußert. Angesichts der Gewalt in seinem Land lud er die Führer der politischen Parteien zu einem Krisengipfel nach Bagdad ein.

Bei den Gesprächen an diesem Montag soll ein Ausweg aus der aktuellen Regierungskrise gesucht werden. «Angesichts der innenpolitischen Probleme, unter denen das Land leidet, musste ich die politischen Führer des Iraks zu diesem Treffen rufen», zitierte ihn die Nachrichtenagentur Aswat al Irak.

Bei dem Treffen sollen unter anderem neue Minister ernannt werden, während Maliki die Parteien wieder auf den ursprünglichen Kurs der Regierung einschwören will.

Maliki rechnet nach eigenen Angaben mit schwierigen Gesprächen. Dennoch werde seine Regierung nicht stürzen. «Zwar wünschen sich das Einige, aber der Tag, an dem Stunden der Regierung gezählt sind, ist weit entfernt», sagte er.

Auch der irakische Botschafter in Deutschland äußerte sich zurückhaltend. «Wir müssen immer noch viele Schritte gehen, bis wir eine richtige Demokratie sind», sagte al Hashimy und verwies zugleich auf die Notwendigkeit einer nationalen Versöhnung, ohne die auch keine Hilfe von außerhalb nütze. «Sunniten, Schiiten, Kurden, Christen, Muslime – um diesen schönen arabischen Teppich wieder zusammenzuflicken, müssen wir lernen, unsere unterschiedlichen Ansichten zu akzeptieren», sagte er.

Wie al Hashimy äußerte sich auch US-Präsident George W. Bush zuversichtlich über die Entwicklung im Irak. Die neue US-Strategie zeige «gute Ergebnisse», sagte Bush in seiner wöchentlichen Radioansprache am Samstag. Al Qaeda und andere Extremisten im Irak seien vernichtenden Angriffen ausgesetzt. «Seit Januar haben wir jeden Monat durchschnittlich mehr als 1500 Al-Qaeda-Terroristen und andere Gegner der gewählten irakischen Regierung getötet», rechnete der Präsident vor. Zugleich räumte er allerdings ein, dass der politische Fortschritt im Irak frustrierend langsam verlaufe. Bush appellierte an die Amerikaner, weiter Geduld zu zeigen.

Das hofft auch Botschafter al Hashimy. Denn die Iraker brauchten die Amerikaner, sagte er. «Und ich bin davon überzeugt, dass sie den Irak so schnell nicht verlassen werden – zumindest nicht, bevor wir eine stabile Regierung und Armee haben.» (nz)