netzeitung.deDie Notwendigkeit des Waschbrettbauches

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Von Medizinern und Mode bevorzugt: flacher Bauch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Von Medizinern und Mode bevorzugt: flacher Bauch
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Ein flacher Bauch ist nach Meinung von Medizinern nicht nur ein Diktat der Mode. Laut einer Studie birgt bereits ein kleiner Bierbauch gesundheitliche Risiken.

Nicht nur Übergewicht an sich ist nach Meinung von Medizinern für Herzerkrankungen verantwortlich, sondern vor allem der Ort, wo das Körperfett gelagert wird. Nach einer Studie der Universität von Texas in Dallas erhöht schon ein kleiner Bierbauch das Risiko, eine Herz-Kreislauferkrankung zu bekommen.

Die Autoren der Studie, die im Journal of the American College of Cardiology (DOI:10.1016/j.jacc.2007.04.066) veröffentlicht wurde, gehen davon aus, dass ein größerer Bauchumfang relativ zum Hüftumfang ein Zeichen für eine spätere Herzerkrankung oder ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall sein kann. Die Autoren der Dallas Heart Study haben 2744 Menschen verschiedenen medizinischen Tests und Körperscans unterzogen, um frühe Anzeichen von Arteriosklerose zu entdecken.

Kalziumeinlagerungen
Die Mediziner suchten einen Zusammenhang zwischen der Körperform der Probanden und dem Auftreten von Verkalkung der Arterien. Dabei fanden sie heraus, dass bereits wenige Zentimeter mehr Bauchumfang das Risiko einer Arteriosklerose erhöhen, selbst wenn die Menschen nicht übergewichtig waren. Bereits ein Bauchumfang von 81 Zentimetern bei Frauen und von 94 Zentimetern bei Männern berge ein signifikant höheres Risiko, heißt es in der Studie. Bisherige Studien waren von einem deutlich höheren Umfang von 89 beziehungsweise 101 Zentimetern ausgegangen.

Die Personen mit dem größten Quotienten zwischen Bauch- und Hüftumfang hatten mehr als doppelt so oft Kalziumeinlagerungen in ihren Herzgefäßen, als jene Probanten mit einem kleinerem Quotienten. Diese Kalziumdepots gelten als ein Anzeichen für eine beginnende Arteriosklerose. Selbst unter Einbeziehung weiterer Risikofaktoren wie Alter, Blutdruck oder Diabetes sei dieser Zusammenhang erkennbar geblieben, schreiben die Mediziner.
Biologisch aktives Fett
«Fett, dass sich am Bauch anlagert, scheint biologisch aktiver zu sein als Hüftfett, da es mehr entzündungsauslösende Proteine verberge, die zu Gefäßverkalkungen beitragen», sagt Studienleiter James de Lemos.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Beobachten des Verhältnisses von Hüft- und Bauchumfang einen eindeutigern Rückschluss auf Arterienverkalkung zulässt als das ermitteln des so genannten Body-Mass-Indexes (BMI). Der BMI ist der Quotient von Körpergewicht zum Quadrat der Körpergröße. Ab einem BMI von 25 gilt ein Mensch per Definition als übergewichtig. (nz)