Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Gene können Sucht auslösen

16. Aug 2007 16:26
Sucht: Die Ursache kann in den Genen liegen
Bild vergrößern
Suchterkrankungen haben nach Meinung von Hamburger Forschern ihre Ursachen in einer Genvariation. Bei den entsprechenden Personen ist das Belohnungssystem im Gehirn gestört.

Das Risiko, eine Sucht zu entwickeln, wird von den Genen mitbestimmt. Das Erbgut beeinflusst das Belohnungssystem im Gehirn und damit das menschliche Verhalten.

Wissenschaftler des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf zeigten erstmals, dass das Gehirn von Menschen mit bestimmten Genvarianten nur schwach auf Belohnungen reagiert und diese Menschen ständig neue Reize suchen. Dies fördere möglicherweise das Suchtverhalten, berichtete das Bundesforschungsministerium am Donnerstag in Berlin auf Grundlage der von ihm unterstützten Studie.

Aktivität im Belohnungssystem

Mehr in der Netzeitung:
Schon länger gehen Wissenschaftler davon aus, dass bei Suchterkrankungen das Belohnungssystem im Gehirn gestört ist. Die Wissenschaftler vom Institut für Systemische Neurowissenschaften am Hamburger UKE untersuchten laut Forschungsministerium nun erstmalig, wie sich die Gene auf diese Belohnungsverarbeitung auswirken.

Die Forscher beobachteten mehr als 100 gesunde männliche Versuchspersonen beim Glücksspiel und registrierten ihre Hirnaktivität mit einer Kernspintomographie. Geldgewinne lösten im allgemeinen in den Hirnregionen des Belohnungssystems eine deutliche Zunahme der Aktivität aus: Je höher und wahrscheinlicher der Gewinn war, umso aktiver wurde das Gehirn.

Die Suche nach Reizen

Bei einigen Versuchspersonen reagierte das Gehirn jedoch nur schwach auf die Belohnungen. Sie wiesen einen hohen Messwert für das so genannte Sensation Seeking auf. Dieses Verhalten bedeutet, dass die Menschen eher neue und aufregende Reize suchen, und es wird auch bei Suchtkranken beobachtet. Wie sich herausstellte, trugen diese Probanden in ihrem Erbgut eine bestimmte Kombination von jenen Genen, die an der Regulierung des für die Auslösung von Glücksgefühlen zuständigen Botenstoffs Dopamin beteiligt sind.

Für endgültige Erkenntnisse seien aber noch weitere Untersuchungen nötig, hieß es. «Ein interessanter nächster Schritt wäre es, diese Untersuchungen auch bei Suchtpatienten durchzuführen und sie mit den Gesunden zu vergleichen», erklärte der Leiter des Hamburger Forschungsteams, Christian Büchel. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
25 Jahre «Spacelab»: 
Weltraumjubiläum für Europa
 
UN-Klimakonferenz in Poznan: 
«Wir haben keine Zeit zu verlieren»
Alte Wetterdaten decken auf: 
Chinesen könnten von Klimawandel profitieren
 
Studie über Cyberchondrie: 
Wenn das Internet richtig krank macht
 
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.