16. Aug 2007 13:55
In Spanien hat der Genuss von Wein bei einigen Menschen allergische Reaktionen ausgelöst. Ärzte standen zunächst vor einem Rätsel.
Menschen, die auf Wespengift allergisch reagieren, sollten junge Weine und Traubensäfte mit Vorsicht genießen. Wie das New England Journal of Medicine in seiner aktuellen Ausgabe (vol. 357, S.719) berichtet, haben spanische Forscher allergische Reaktionen von fünf Menschen behandelt, die Wein oder Traubensaft getrunken hatten. Die Symptome reichten dabei von Gesichtsschwellungen bis zum - sehr seltenen - anaphylaktischen Schock. Die Mediziner um Alicia Armentia aus dem spanischen Rio-Hortega-Krankenhaus konnten allen Betroffenen helfen, tappten zunächst aber völlig im Dunkeln, was die Ursache der Allergie betraf.
Verschiedene Tests hatten zuvor ausgeschlossen, dass Traubenextrakt oder Eiklar - das mit unter Weinen zugesetzt wird, um sie zu klären - für die Allergie verantwortlich gewesen war. Ein umfassender Allergietest des Blutes der Betroffenen deutete allerdings auf Antikörper hin, die nach einem Bienen- oder Wespenstich auftreten. Keiner der Betroffenen war aber von einem Insekt gestochen worden.Die Mediziner untersuchten daraufhin, wie Blutproben der Patienten auf roten und weißen Traubensaft, jungen und älteren Wein von jeweils verschiedenen Weingütern reagierten. Sowohl die Säfte als auch der junge Wein lösten allergische Reaktionen aus.
Bei weiteren chemischen Tests konnten in den Wein und Saftproben Spuren von Wespengift nachgewiesen werden. Die spanischen Ärzte vermuteten, dass Wespen vor dem Pressen in die Trauben gefallen waren.Die Proben des älteren Weins zeigten dagegen keine Reaktion, weil im Alterungsprozess des Weins die Proteine des Wespengifts abgebaut worden seien, berichten die spanischen Ärzte. Obwohl das Gift bereits nach wenigen Wochen abgebaut sein müsste, empfehlen sie Menschen, die auf Bienen- und Wespenstiche allergisch reagieren, frischen Traubensaft und jüngere Weine zu meiden. (nz)