Forscher dürfen Mäuse nicht aneinandernähen
08.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ein MHH-Forscherteam wollte nach Hochschulangaben mit der Parabiose im Körper der Mäuse bestimmte Stammzellen suchen, mit denen körperliche Defekte geheilt oder sogar ganze Organe gezüchtet werden könnten. Dafür müsse der Blutkreislauf einer gesunden Maus mit dem einer erkrankten Maus verbunden werden. Um zu garantieren, dass diese Verbindung nicht getrennt werde, müsse das Fell der Mäuse an der Seite zusammengenäht werden.
Im Ausland sei die Parabiose schon seit einigen Jahren wieder gängige Praxis, hatte MHH-Sprecher Stefan Zorn betont. In Deutschland sind derartige Versuche dagegen nach Informationen des Vereins Ärzte gegen Tierversuche seit 20 Jahren nicht mehr genehmigt worden. Nach Angaben von Laves-Sprecherin Jark war ein Versuch zur Untersuchung der Belastung zusammengenähter Tiere zunächst im Jahr 2005 genehmigt, dann allerdings nach Empfehlung eines Expertengremiums Anfang 2006 unterbrochen worden. «Die Belange des Tierschutzes sind höher eingestuft worden als der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn», sagte Jark. (dpa)

