Mit Nano-Rost gegen Lungenkrebs
Wie das Fachmagazin Nature Nanotechnology in seiner Onlineausgabe (doi:10.1038/nnano.2007.234) berichtet, werden dabei Aerosoltröpfchen mit Nanopartikeln aus Eisenoxid genutzt. In Computersimulationen und bei Tests an Mäusen konnten diese Nanomagnetosole mit Hilfe eines äußeren magnetischen Feldes zielgerichtet an den gewünschten Wirkort in der Lunge dirigiert werden. «Wir vermuten, dass diese Technik in Zukunft sehr hilfreich für Patienten sein kann», sagt Projektleiter Carsten Rudolph von der LMU. «Ein Einsatz ist unter anderem denkbar bei lokalen bakteriellen Infektionen und bei Tumoren.»
Sie berechneten in einem stark vereinfachten Modell die Bewegungsrichtung dieser Nanomagnetosole und den Luftfluss in den Atemwegen von Mäusen. In den Simulationen zeigte sich, dass sich ohne äußere Einflüsse nur etwa vier Prozent der Tröpfchen an einer vorgegebenen Stelle ablagerten. Wenn allerdings ein Magnetfeld angelegt wurde, waren es bis zu 16 Prozent. Tests an Mäusen bestätigten dies: Lungenareale im Magnetfeld zeigten eine deutlich erhöhte Akkumulation der Tröpfchen als davon nicht beeinflusste Bereiche.
Der neue Ansatz könnte laut Nature Nanotechnology besonders vielversprechend im Kampf gegen Lungenkrebs sein. Denn die bei dieser Erkrankung eingesetzten Medikamente lagern sich bei einer herkömmlichen Inhalationstherapie gleichermaßen an Tumoren wie an gesundes Lungengewebe an, das sie allerdings schädigen können. Eine gezielte Verabreichung der Wirkstoffe in den betroffenen Bereichen sei deshalb sehr viel effektiver. (nz)

