netzeitung.deJugendliche Ratten lieben Cannabis

 Herausgeber: netzeitung.de

Scharf auf THC: Junge Ratten (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Scharf auf THC: Junge Ratten
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Vermutet wurde es schon länger: Kiffen im Teenageralter kann nachhaltige Einflüsse auf die Entwicklung haben. Australische Forscher haben die These nun mit einem Experiment untermauert.

Jugendliche Ratten fühlen sich eher zum Genuss von Cannabis hingezogen als ihre älteren Artverwandten. Außerdem ist ihr Gehirn anfälliger für den Wirkstoff THC, wie australische Forscher herausgefunden haben. Die Studie wurde auf der Onlineseite des Magazins Nature (Neuropsychopharmacology, DOI: 10.1038/sj.npp.1301475) veröffentlicht.

Iain McGregor und sein Team von der Universität Sydney verabreichten den Ratten über einen Zeitraum von 18 Tagen den Cannabiswirkstoff Tetrahydocannabiol (THC) in einer Dosis, die mit schwerem Konsum beim Menschen vergleichbar ist.

Veränderter Hippocampus
Zwei Wochen nach der letzten Injektion mieden die erwachsenen Ratten die Gegend im Käfig, in der sie üblicherweise ihre THC-Spritze verabreicht bekamen. Die jüngeren Ratten allerdings, so heißt es in der Studie, zeigten keine Abneigung gegen die tägliche Dosis. Das lasse vermuten, dass die älteren Ratten im Gegensatz zu ihren heranwachsenden Artverwandten den THC-Rausch als eher unerfreulich wahrnahmen, sagte Studienleiter McGregor.

Die jüngeren Ratten hatten zudem bleibende Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Im Hippocampus, dem Teil des Gehirns, der für Erinnerung zuständig ist, zeigten sich bei den jüngeren Ratten deutlich mehr veränderte Proteine als bei den erwachsenen Ratten. Die Forscher zogen daraus den Schluss, dass das sich noch entwickelnde Gehirn von Heranwachsenden deutlich anfälliger für die Wirkung von THC ist, als das von Erwachsenen. (nz)