26.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Künstliche Befruchtung und dann in den Gebärmutter-Chip
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine Mini-«Gebärmutter» von zwei Milimeter Größe soll die künstliche Befruchtung revolutionieren. Japanische Forscher wollen das System an menschlichen Embryonen ausprobieren.
Japanische Forscher haben einer Mini-«Gebärmutter» auf einem Chip hergestellt. Die winzige Kammer hat einen Durchmessern von zwei Millimetern und ist mit einer Nährlösung gefüllt. Durch diese Konstruktion überlebten mehr Mäuseembryonen nach einer künstliche Befruchtung als bei der herkömmlichen Methode, berichtet das Magazin
New Scientist (Nr. 2614, S. 28).
Die Gruppe um Teruo Fujii von der Universität von Tokio habe eine Erlaubnis, die Technik auch mit menschlichen Embryonen zu testen. Entsprechende Versuche sollen noch in diesem Jahr beginnen.
Lab-on-a-ChipNach Tierversuchen mit dem Minilabor sind die Forscher optimistisch. Von 50 befruchteten Eizellen entwickelten sich 30 in der neuen Umgebung zu frühen Embryonen, schreibt das Wissenschaftsmagazin. Mit dem bisherigen Verfahren seien es nur 26 von 50 gewesen. In einem zweiten Experiment implantierten die Forscher die Embryonen in Mäuseweibchen. Das Resultat: 44 Prozent des Nachwuchses aus der künstlichen Gebärmutter wurden zu gesunden Föten, verglichen mit 40 Prozent bei der herkömmlichen Befruchtung im Reagenzglas.
Der Chip schaffe mit seinen geregelten Zu- und Abflüssen den Embryonen eine gleich bleibend günstige Umgebung, heißt es zur Erklärung. Im herkömmlichen Verfahren werde das Nährmedium eher stoßweise getauscht, was Änderungen der Temperatur oder des Säuregehalts verursache. Diese Bedingungen lassen sich in dem winzigen Reaktionsraum genau regeln.
Die so genannten Lab-on-a-Chip-Systeme verkleinern chemische oder biologische Laboratorien so weit, dass sie mit Bruchteilen eines Milliliters auskommen. Die Flüssigkeiten strömen durch feine Kanäle und lassen sich dabei gut untersuchen und kontrollieren. Chemie- und Biotechnik-Firmen nutzen solche Chips routinemäßig. (dpa)