«Eine dieser genetischen Varianten, die sich in einem bestimmten Bereich des Chromosoms 9 befindet, verdoppelt das Herzinfarktrisiko, wenn beide Kopien des Chromosoms betroffen sind», betonte Erdmann. In dieser Region liegen Gene, die eine Rolle bei der Regulierung des Zellwachstums spielen. Ein unkontrolliertes Wachstum von Gefäßzellen ist unter anderem an der Entstehung der Gefäßverkalkung Arteriosklerose beteiligt. Bei einer genetischen Variante auf Chromosom 2 konnten die Forscher außerdem zeigen, dass das Herzinfarktrisiko, das von dieser Mutation ausgeht, auch von zusätzlichen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel Übergewicht oder Bluthochdruck. Der Herzinfarkt sei also nicht nur genetisch bedingt - eine gesunde Lebensweise bleibe eine gute Vorsorgestrategie.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sei in Deutschland jeder fünfte Todesfall auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße zurückzuführen, betonte das vom Bundesforschungsministerium geförderte Genomforschungsnetz. Fetthaltige, verkalkte Ablagerungen verschließen dabei die Herzkranzarterien und führen so zu einem Herzinfarkt. Auch andere Forscher hatten schon einzelne genetische Risikofaktoren für Herzinfarkte eingekreist. (dpa)