Forscher finden Risiko-Gene für Herzinfarkt
19.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
«Insgesamt fanden wir auf unterschiedlichen Chromosomen sieben genetische Varianten, die das Herzinfarktrisiko jeweils um etwa 20 bis 30 Prozent erhöhen», sagte Prof. Heribert Schunkert vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck. Gemeinsam mit britischen und französischen Kollegen berichten die deutschen Forscher in der Onlineausgabe des New England Journal of Medicine über ihre Entdeckungen.
«Wir analysierten kleine Varianten im Genom, so genannte SNP. Bei diesen genetischen Mutationen ist jeweils nur ein einzelner Genbuchstabe an einer bestimmten Stelle des Erbguts verändert», erklärte Schunkerts Kollegin Jeanette Erdmann.
Bei einer genetischen Variante auf Chromosom 2 konnten die Forscher außerdem zeigen, dass das Herzinfarktrisiko, das von dieser Mutation ausgeht, auch von zusätzlichen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel Übergewicht oder Bluthochdruck. Der Herzinfarkt sei also nicht nur genetisch bedingt - eine gesunde Lebensweise bleibe eine gute Vorsorgestrategie.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sei in Deutschland jeder fünfte Todesfall auf eine Erkrankung der Herzkranzgefäße zurückzuführen, betonte das vom Bundesforschungsministerium geförderte Genomforschungsnetz. Fetthaltige, verkalkte Ablagerungen verschließen dabei die Herzkranzarterien und führen so zu einem Herzinfarkt. Auch andere Forscher hatten schon einzelne genetische Risikofaktoren für Herzinfarkte eingekreist. (dpa)

