netzeitung.deHormonspray bekämpft Schüchternheit

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Lupe Hormonspray bekämpft Schüchternheit

Schweizer Wissenschaftler haben ein Mittel gegen Schüchternheit und soziale Ängste entdeckt. Ausgiebiger und zärtlicher Sex hilft allerdings auch.

Dem so genannten Kuschelhormon Oxytocin haften viele Wirkungen an: So soll das Neuropeptid das Vertrauen steigern oder bei Prüfungsstress helfen. Das Hormon wird im Gehirn bei Zärtlichkeiten und beim Sex ausgeschüttet – daher der oben erwähnte Beiname. Es wird aber auch im Rahmen der klinischen Geburtshilfe als Medikament in Tablettenform, als Nasenspray oder intravenös eingesetzt, da es eine Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur bewirkt und damit die Wehen während der Geburt auslöst.

Der Psychologe Markus Heinrichs von der Universität Zürich hat mit seinem Team nun eine weitere Therapieform untersucht. Sein Team arbeitete mit 70 Personen, die an sozialen Störungen wie Kontaktängsten oder Schüchternheit leiden.

Mehr Selbstvertrauen
Die Psychologen verabreichten den Probanten eine halbe Stunde vor einer standardisierten Angsttherapie eine Dosis Oxytocin per Nasenspray. Nach vorläufigen Ergebnissen stärkte die Hormongabe die Bereitschaft der Probanten in Rollenspielen zu interagieren. Die Probanten hätten auch mehr Vertrauen gehabt, soziale Probleme außerhalb der Therapien anzugehen, sagte Studienleiter Heinrich laut Onlinedienst New Scientist. Die Ergebnisse der Studie hat der Schweizer in dieser Woche auf dem Weltkongress der Neurowissenschaften im australischen Melbourne vorgestellt.

In einer weiteren Studie, die im Magazin Biological Psychiatry (DOI: 10.1016/j.biopsych.2007.03.025)veröffentlicht wurde, hatten Heinrich und seine Kollegen herausgefunden, dass Oxytocin direkt auf das Angstzentrum (Amygdala oder Mandelkern) im Gehirn wirkt und dessen Reaktion unterdrückt.

Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung von Angst beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren: Sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen ein. Heinrich und seine Kollegen glauben darin die Erklärung gefunden zu haben, warum ihre ängstlichen Probanten nach der Gabe von Oxytocin zuversichtlicher waren, soziale Situationen zu meistern. (nz)