Chinesen wollen bei Olympia für Sonne sorgen
Dieser Sommer sei die letzte Chance, unter ähnlichen Wetterbedingungen für den großen Tag zu üben. Am 8. August besteht nach Einschätzung der chinesischen Behörden ein Regenrisiko von 50 Prozent. Ähnlich sieht es bei der Abschlusszeremonie der Spiele vier Wochen später aus. Aus Kreisen des Wetteramtes verlautete bereits, dass die Auflösung von Regenwolken noch eine wenig erforschte Technologie sei. Man werde sich jedoch weiter bemühen.
Aufgelöst werden können die Wolken freilich nicht. Um das in ihnen enthaltene Wasser verschwinden zu lassen, wären Unmengen von Energie nötig. Allerdings können Regenwolken mit Chemikalien und herkömmlichem Trockeneis dazu bewegt werden, ihren nassen Inhalt sozusagen auf Kommando loszuwerden. Die Wolken müssten dann lediglich abgefangen werden, bevor sie Peking erreichen.
Möglich ist auch, Silberjodid zu verwenden, wie es bei so genannten Hagelfliegern zum Einsatz kommt. Dabei wird bei besonderen Wetterlagen über eine Zusatzeinrichtung ein Silberiodid-Aceton-Gemisch in Wolken versprüht, um die Bildung sehr kleiner Hagelkörner zu erreichen, die der Bildung großer gefährlicher Hagelkörner entgegenwirken. Aber auch diese Methode ist in ihrer Wirksamkeit noch nicht ganz erforscht. Eine langfristige Studie aus Österreich geht von einer Verringerung der Schäden durch Hagelschlag um bis zu 40 Prozent aus.
Dass die chinesischen Wissenschaftler die Regenwolken vor der Eröffnung von Olympia zähmen können, ist also nicht unwahrscheinlich. Jetzt müssen die Sonnenstrahlen nur noch ihren Weg durch die dicke Smogglocke über der chinesischen Hauptstadt finden. (nz/AP)
