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Lupe Chinesen wollen bei Olympia für Sonne sorgen

In China will man für Olympia auf Nummer Sicher gehen. Selbst der Regen soll von der Eröffnungsfeier im August 2008 ferngehalten werden.

Zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2008 soll die Sonne über Peking strahlen - auf jeden Fall. Meteorologen wollen daher mit Raketen versuchen, störende Regenwolken aufzulösen. Der Chef des Meteorologischen Amtes, Zheng Guoguang, sagte nach einem Bericht der staatlichen Zeitung «China», die Experimente könnten beginnen. Man werde simulieren, wie im Fall von Wolken am 8. August 2008 vorgegangen werden solle, sagte Zheng weiter.

Dieser Sommer sei die letzte Chance, unter ähnlichen Wetterbedingungen für den großen Tag zu üben. Am 8. August besteht nach Einschätzung der chinesischen Behörden ein Regenrisiko von 50 Prozent. Ähnlich sieht es bei der Abschlusszeremonie der Spiele vier Wochen später aus. Aus Kreisen des Wetteramtes verlautete bereits, dass die Auflösung von Regenwolken noch eine wenig erforschte Technologie sei. Man werde sich jedoch weiter bemühen.

Putin in der Sonne
Die Chinesen können ja mal bei ihren russischen Nachbarn nachfragen. Im Jahr 2005 meldeten Nachrichtenagenturen, dass die russische Luftwaffe für Sonne gesorgt hatte, damit die von Präsident Putin groß inszenierte Feier zum 60. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland nicht durch Regenwolken gestört wird.

Aufgelöst werden können die Wolken freilich nicht. Um das in ihnen enthaltene Wasser verschwinden zu lassen, wären Unmengen von Energie nötig. Allerdings können Regenwolken mit Chemikalien und herkömmlichem Trockeneis dazu bewegt werden, ihren nassen Inhalt sozusagen auf Kommando loszuwerden. Die Wolken müssten dann lediglich abgefangen werden, bevor sie Peking erreichen.

Hagelflieger über Peking
Allerdings ist das Verfahren recht unsicher. Bei einem Experiment in Mexiko wurden Wolken mit einer Mischung aus Natrium, Magnesium und Calciumchlorid besprüht, und damit künstlicher Regen erzeugt. Der Wasserdampf der Wolken findet in den Ionen der Chemikalien einen Fixpunkt, an den er sich anlagert und so Regentropfen bildet, die dann wegen ihres Gewichts irgendwann zu Boden gehen. Der so erzeugte Regenfall fiel stärker aus als natürlicher Regen und erstreckte sich über ein größeres Gebiet.

Möglich ist auch, Silberjodid zu verwenden, wie es bei so genannten Hagelfliegern zum Einsatz kommt. Dabei wird bei besonderen Wetterlagen über eine Zusatzeinrichtung ein Silberiodid-Aceton-Gemisch in Wolken versprüht, um die Bildung sehr kleiner Hagelkörner zu erreichen, die der Bildung großer gefährlicher Hagelkörner entgegenwirken. Aber auch diese Methode ist in ihrer Wirksamkeit noch nicht ganz erforscht. Eine langfristige Studie aus Österreich geht von einer Verringerung der Schäden durch Hagelschlag um bis zu 40 Prozent aus.

Dass die chinesischen Wissenschaftler die Regenwolken vor der Eröffnung von Olympia zähmen können, ist also nicht unwahrscheinlich. Jetzt müssen die Sonnenstrahlen nur noch ihren Weg durch die dicke Smogglocke über der chinesischen Hauptstadt finden. (nz/AP)