Roboterhund entscheidet sich ohne fremde Hilfe
02.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die 40 Zentimeter lange und 30 Zentimeter hohe, derzeit noch namenlose Maschine, soll Nachfolger des Roboterhundes Aibo werden, der vor allem durch den Roboterfußball bekannt geworden ist. Dass dies gelingt, davon ist Oskar von Stryk, Leiter des Fachgebiets Simulation, Systemoptimierung und Robotik an der Universität, überzeugt. «Wir haben eine leistungsfähige Entwicklung, die mit einem Stückpreis von 3500 Euro auch bezahlbar ist.»
Forscher schätzten ihn als Titelgarant bei mehreren Roboter-Fußball-Weltmeisterschaften, für wohlhabende Privathaushalte war es ein 2099 Euro teures Spielzeug. «Vierbeiner sprechen Menschen auch emotional viel besser an als menschenähnliche Zweibeiner», sagte der Darmstädter Wissenschaftler, der fest an den wirtschaftlichen Erfolg seiner Entwicklung glaubt.
In Atlanta gehe es aber zunächst vor allem ums Prestige, betont Uni-Sprecher Wolf Hertlein. Nachdem der Elektronikkonzern Sony die Produktion des Aibo aus Kostengründen 2006 einstellte, schrieb die RoboCup Federation einen Wettbewerb um eine vergleichbare Roboter-Plattform international aus. Die Entscheidung über das Nachfolgermodell wird nach den Worten von Stryks spätestens im August getroffen. Der Gewinner wird dann schon im nächsten Jahr beim RoboCup auf Torjagd gehen.
Selbstverständlich haben die zumeist aus Hochschulen stammenden Mannschaften nicht alle identische Spieler: «Die Hardware ist gleich, aber die selbst programmierte Software entscheidet, ob der Roboter auf Kreisklasse- Niveau spielt oder Weltmeister wird», sagt von Stryk. Für die Forscher ist das Fußballspiel freilich nur ein angenehmes Mittel zum Zweck. «Wir betreiben Grundlagenforschung, um Eigenschaften von Intelligenz in technischen Systemen umsetzen können», sagt von Stryk.
Um Intelligenz zu verstehen, sei ein Körper notwendig. Und je mehr unabhängig steuerbare Bewegungsfreiheitsgrade ein Körper habe, desto höhere Intelligenz sei notwendig. Die Forscher wetteifern nun um Roboter, die möglichst komplexe Aufgaben selbsttätig lösen. «Und zwar in einer Umgebung, die sich ständig ändert. Dort muss er sich selbstständig anpassen können.»
(Internet: www.robocup-us.org; www.sim.tu-darmstadt.de) (Harald Schmidt, dpa)

