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Viagra hilft gegen Jetlag

22. Mai 2007 08:54
Feldhamster im Laufrad – in der Zuchtstation im Heidelberger Zoo allerdings ohne Viagra.
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Jetlag bei Fernreisen Richtung Osten kann medikamentös gelindert werden. Allerdings traten im Tierversuch unerwünschte Nebenwirkungen auf.

Das Potenzmittel Viagra hilft Hamstern gegen Jetlag. Das Medikament könne möglicherweise auch bei Menschen gegen Jetlag eingesetzt werden, oder um Arbeitern Schichtwechsel zu erleichtern.

Mehr in der Netzeitung:
Der Wirkstoff Sildenafil – in Hamsterdosis verabreicht – verzögert bei den Versuchstieren den Abbau einer Substanz im Gehirn, die an der Steuerung der inneren Uhr beteiligt ist, haben Wissenschaftler um Patricia Agostino von der argentinischen Universidad Nacional de Quilmes in Buenos Aires herausgefunden. So werde den Tieren die Anpassung an einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus erleichtert, berichten die Forscher in der Online-Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences».

Das Forscherteam hat den Nagern das Medikament verabreicht und die Nacht dann durch vorzeitiges Anschalten des Lichts um sechs Stunden verkürzt. Die behandelte Gruppe gewöhnte sich deutlich schneller an ihren neuen Tag-Nacht- Rhythmus als Tiere, die kein Viagra erhalten hatten. Mit Sildenafil begannen die Tiere wieder, kurz nach Tagesanbruch in ihrem Laufrad zu rennen.

Die optimale Dosis konnten die Forscher in ihren Experimenten allerdings nicht einsetzen, da die Hamster die typische und in diesem Fall unerwünschte Wirkung zeigten: Sie bekamen Erektionen.

Gegen Jetlag könne Viagra nur im Falle von Fernreisen nach Osten eingesetzt werden, schreiben die Forscher. In umgekehrter Richtung helfe es nicht. Es entfalte seine Wirkung nur, wenn Tag oder Nacht verkürzt, nicht verlängert würden.

Mehr im Internet:
Der Wirkstoff hemmt ein Enzym, das die Substanz cGMP (für: cyklisches Guanosinmonophosphat) abbaut. Folge ist ein Anstieg des cGMP-Gehalts im Gehirn. Dort ist diese Substanz an der Regulation der inneren Uhr beteiligt. Wie das Medikament bei der Anpassung an eine Zeitverschiebung genau wirke, müsse allerdings noch untersucht werden, schreiben Agostino und ihre Kollegen. (dpa)
 
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