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«Lonesome George» ist nicht allein

01. Mai 2007 10:13
Männlich, 80 Jahre, 90 Kilogramm, rüstig, sucht fortpflanzungsfähiges Weibchen zur Arterhaltung
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Als «letzte ihrer Art» wurde eine Galapagos-Riesenschildkröte weltbekannt. Nun haben Forscher Grund zur Hoffnung, doch noch eine Partnerin für «Lonesome George» zu finden.

Ein «Lonesome George» genanntes Schildkrötenmännchen ist nicht der letzte lebende Abkömmling seiner Art. Genetische Untersuchungen an Tieren von einer Nachbarinsel im Galapagos-Archipel lassen vermuten, dass es dort noch eine Partnerin für den «Einsamen George» gibt. Mit ihr könnte er den Fortbestand seiner Art Geochelone abingdoni sichern.

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  • Forscher um Jeffrey Powell und Adalgisa Caccone von der US-amerikanischen Yale University in New Haven, Connecticut, haben das Erbgut zweier Arten von Galapagos-Riesenschildkröten verglichen. Die Wissenschaftler untersuchten genetisches Material von Lonesome George, der von der Insel Pinta stammt, und von Schildkröten von der Insel Isabela. Dort gibt es zwei Populationen der Art Geochelone becki.

    Wie die Forscher jetzt in der Online-Ausgabe des Magazins «Current Biology» berichten, wurden sie in einer der Populationen fündig. Ein Tier sei ein Hybrid, hervorgegangen aus der Paarung einer Pinta- mit einer Isabela-Schildkröte. Das bedeute, dass die Hälfte seines Erbguts von Lonesome Georges Art stammt. Das Tier mit ihm zu verpaaren ist allerdings nicht möglich, da es sich ebenfalls um ein Männchen handelt.

    Die Wissenschaftler sind jedoch zuversichtlich eine Partnerin zu finden, da sie schon unter nur 27 Tieren einen Abkömmling gefunden haben. Die Population auf Isabela bestehe aus ein- bis zweitausend Tieren, unter denen sich auch Weibchen der Art Geochelone abingdoni finden könnten. Zudem gebe es eine große Zahl Galapagos-Riesenschildkröten in menschlicher Haltung, unter denen es ebenfalls Partnerinnen geben könnte.

    Die Hoffnungen der Artenschützer ruhen auf Georges Fortpflanzungswillen.
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    Gelänge es, George mit einer Partnerin zu verpaaren, könnte die Art mit einem Zuchtprogramm erhalten werden, in dem die Inzuchterscheinungen minimiert werden. Bei der zuvor ähnlich gefährdeten Schwesterart Geochelone hoodensis sei das gelungen, schreiben die Wissenschaftler.

    Lonesome George, der 1971 auf der Insel Pinta eingefangen wurde, lebt heute in Gesellschaft zweier G.-becki-Weibchen in der Charles Darwin Forschungsstation auf der Galapagos-Insel Santa Cruz. Bislang hat er seinen Gehegegenossinnen keinerlei Avancen gemacht. Bei einem Weibchen der eigenen Art könnte er sich jedoch paarungswillig zeigen, hoffen die Forscher. Mit geschätzten 80 Jahren geht George bei den Riesenschildkröten, die an die 200 Jahre alt werden können, zumindest altersmäßig noch als jugendlicher Liebhaber durch.

    Mehr im Internet:
    Die Riesenschildkröten auf Galapagos wurden früher von Seeleuten dezimiert, die sie als lebendigen Proviant einfingen. Georges Art wurde jedoch von Ziegen an den Rand des Aussterbens gedrängt. Fischer hatten die Säugetiere in den 1950-er Jahren auf der Insel Pinta ausgesetzt, wo sie den Schildkröten die Nahrung wegfraßen. Nachdem die Ziegen von der Insel entfernt wurden, hat sich die Vegetation dort jedoch wieder erholt. Die Insel wäre als Lebensraum für Georges Nachkommen geeignet.
     
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