Forscher stellen Gedächtnis wieder her
30.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Proteine greifen ein Gerüst-Eiweiß der Nervenzellen an. Das innere Skelett der Nervenzell-Fortsätze bricht zusammen, die Zellen können nicht mehr über Kontaktstellen miteinander kommunizieren und sterben ab. In der Folge gehen Erinnerungen verloren jedoch nicht für immer. Sie werden für das Bewusstsein nur unerreichbar, weil die Verbindungen zu den Speicherorten fehlen. «Andere Nerven können die Kontakte übernehmen, wenn man ihnen dabei hilft», wird Fischer in einer Mitteilung des Eni-G zitiert.
Die Wissenschaftler setzten die Tiere zunächst in eine «bereichernde Umwelt» mit viel Spielzeug und verstecktem Futter. Im Vergleich zu Artgenossen in Standard-Haltung verbesserte sich bei diesen Mäusen das räumliche Orientierungsvermögen und die Fähigkeit geistige Verknüpfungen herzustellen. Die Nager begannen sogar, sich an Dinge zu erinnern, die sie längst vergessen hatten. Die Forscher fanden in ihren Gehirnen mehr Nervenfortsätze und Kontaktstellen zwischen Nervenzellen. Sie vermuten, dass Nerven- und Synapsen-typische Gene wieder aktiviert wurden.
Geistige Stimulation und die Behandlung mit HDAC-Hemmstoffen könnten die Gedächtnisleistung von Alzheimer-Patienten verbessern, folgern sie. Die verbliebenen Nervenzellen können Aufgaben der bereits abgestorbenen übernehmen. «Das lässt hoffen, dass wir auch Alzheimer-Patienten helfen können, den Kontakt zu ihren Erinnerungen zu halten und lernfähig zu bleiben», sagt Fischer. Ob die Krankheit mit den HDAC-Hemmern aufgehalten werden kann, ist auch in den Tierversuchen noch nicht geklärt worden. «Unsere aktuellen Forschungen deuten jedoch darauf hin», sagt Fischer. (nz)

