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Blut enthält Wirkstoff gegen Aids

20. Apr 2007 10:12
Eine neue Klasse von Medikamenten könnte auch gegen resistente Virenstämme wirken.
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Bei vielen Aidskranken schlagen die Medikamente gegen die Virenvermehrung nicht an. Ein neuer Wirkstoff könnte gegen die resistenten Erreger wirken.

Deutsche Forscher haben einen Stoff im Blut entdeckt, der das Aids-auslösende Virus HIV-1 hemmt. Er blockiert die Anlagerung der Viren an die Körperzellen, so dass sie nicht eindringen können.

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Das Team um Frank Kirchhoff und Jan Münch vom Universitätklinikum Ulm hat zudem herausgefunden, dass gezielte Veränderungen in dem Stoff namens Virip (für engl.: virus-inhibitory peptide) zu einer noch effektiveren Hemmung des Virus führen. Dies sei ein guter Ansatz für die Entwicklung neuer Medikamente, schreiben die Forscher im US- Fachjournal «Cell».

«Wir hoffen, noch in diesem Jahr Studien am Menschen zu starten», sagte Mitautor Wolf-Georg Forssmann, der einen Wirkstoff auf der Grundlage dieser Entdeckung bei der Firma IPF Pharmaceuticals in Hannover mitentwickelt hat. Mehrere Tierversuche zur Zulassung einer Studie am Patienten seien weitgehend abgeschlossen.

Die Forscher hatten mehr als eine Millionen Blutstoffe von Dialysepatienten auf einen möglichen Einfluss auf HI-Viren geprüft. Sie entdeckten, dass ein Teilstück eines bekannten Blutproteins eine Funktion des HIV-Hüllproteins gp41 blockiert. Die Viren benötigen dieses Protein, um in die menschlichen Zellen einzudringen. In Laborversuchen seien Viren nicht gegen Virip resistent geworden.

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Virip greift am selben Protein an wie das seit 2003 zugelassene Medikament Fuzeon (Wirkstoff Enfuvirtid), allerdings nach Angaben der Forscher an einer anderen Stelle. Sollten die künstlichen Abkömmlinge von Virip in klinischen Studien erfolgreich sein, könnten diese Verbindungen Menschen helfen, deren HI-Viren gegen andere Medikamente resistent sind. Derzeit gibt es rund 20 Medikamente auf dem Markt, mit denen die Vermehrung des Virus im Körper gebremst werden kann.

An der Arbeit waren weitere Forscher aus Ulm, Hannover, Erlangen, Lübeck, Hamburg und New York beteiligt. Gemäß den Statuten des Fachjournals erklären Forssmann und zwei weitere Kollegen, dass sie finanzielle Interessen mit der Forschung verbinden. (dpa)

 
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