netzeitung.deGerät identifiziert Flüssiges im Handgepäck

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Noch gilt: Große Wasserflaschen dürfen nicht ins Handgepäck. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Noch gilt: Große Wasserflaschen dürfen nicht ins Handgepäck.
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Die strikten Handgepäck-Regeln gehören womöglich bald der Vergangenheit an. Forscher setzen zur Identifizierung gefährlicher Flüssigkeiten auf Wellen, mit denen andere Essen aufwärmen.

Ein neues Mikrowellen-Gerät kann kritische Flüssigkeiten im Handgepäck von Flugzeug-Passagieren identifizieren. Stark wasserhaltige Flüssigkeiten wie Getränke, Seifen oder Milch reagierten anders als Lösungsmittel oder Säuren auf Mikrowellen, sagte der Projektleiter am Forschungszentrum Jülich, Norbert Klein.

Die Forscher bauten einen Prototyp, der Mikrowellen aussendet und die Reaktion der Flüssigkeiten mit einem Sensor erfasst. Das Gerät zeigt dann mit einem Farbsignal, ob der Inhalt bedenklich ist. «All diese Dinge, die man im Flugzeug mitnehmen kann, die kann man mit dem Verfahren unterscheiden von brennbaren Flüssigkeiten, also Lösungsmittel, Benzin aber auch von Säuren», sagte Klein.

Parfüm bereitet noch Probleme
Nur bei Parfüms sei der Prototyp noch nicht sensibel genug. «Die würden bei uns in der Kontrolle noch als bedenklich eingestuft werden.» Die Wissenschaftler arbeiten an der Verfeinerung. Das Gerät soll Ende des Jahres marktreif werden. Grundlage der Arbeit war eine Liste von flüssigen Sprengstoffen und deren Bestandteile.

«Die haben wir untersucht. Die fallen in den Bereich der Lösungsmittel und in den Bereich der Säuren», sagte Klein. Wasserhaltige Flüssigkeiten wie Getränke und Seifen verhielten sich unter Einfluss von Mikrowellen anders. Das zeigt eine Art Ampel an. «Wenn die blau leuchtet, bedeutet das wässrige Flüssigkeit. Wenn die gelb leuchtet und blinkt, bedeutet das Lösungsmittel und wenn die rot leuchtet und blinkt, bedeutet das Säure», beschrieb der Physiker die Funktion.

Als Antiterror-Maßnahme dürfen in der EU nur beschränkt Flüssigkeiten im Handgepäck transportiert werden. Flüssige und cremige Stoffe dürfen aus Sicherheitsgründen nur noch in kleinen Mengen mit an Bord genommen werden. Behälter dürfen nicht mehr als 100 Millimeter fassen. Nach Angaben des deutschen Flughafenverbands ADV wandern jede Woche an den deutschen Flughäfen Waren im Wert von geschätzt zwei Millionen Euro in den Müll, meistens hochwertige Parfüms oder Spirituosen. (dpa)