13. Apr 2007 09:07
Makaken sind wichtige Versuchstiere für die medizinische Forschung. Die Entzifferung ihres Erbguts zeigt, warum das so ist.
«Wir wollen wissen, was uns zu Menschen macht», erläuterte der Projektleiter des Rhesusaffen-Genomkonsortiums, Richard Gibbs vom Baylor College in Houston, Texas. Die Wege von Rhesusaffe und Mensch trennten sich ersten Analysen zufolge vor etwa 25 Millionen Jahren. Der Mensch und sein nächster lebender Verwandter, der Schimpanse (Pan troglodytes), entwickelten sich erst vor etwa sechs Millionen Jahren auseinander. Mit dem Schimpansen teilt der Mensch (Homo sapiens) rund 99 Prozent der Gene.«Die Entzifferung des Makakenerbguts – kombiniert mit dem Schimpansen- und Menschengenom – liefert Forschern ein weiteres mächtiges Werkzeug, um unser Verständnis der Biologie des gesunden und kranken Menschen voranzubringen», sagte der Chef des US- Humangenom-Forschungsinstituts, Francis Collins, der die Entzifferung des Menschenerbguts geleitet hatte.
So stießen die Forscher im Affenerbgut auf Gene, die beim gesunden Makaken wie die Krankheit-auslösenden Gene von Menschen aussehen. Das gilt etwa für die erbliche Stoffwechselstörung Fölling-Krankheit (Phenylketonurie), an der einer von rund 15.000 Menschen leidet. Den Betroffenen fehlt ein Enzym zur Verdauung einer bestimmten Aminosäure, sodass sie teils ihr Leben lang eine maßgeschneiderte Diät einhalten müssen.
Möglicherweise sind viele solcher «Krankheitsgene» nur ursprüngliche Varianten, die erst durch eine Änderung der Ernährungsweise oder Umweltbedingungen im Laufe der Evolution eine schädliche Wirkung entfaltet haben, heißt es in einem «Science»-Begleittext.