05. Apr 2007 09:45
Die heilige Jungfrau von Orleans soll im französischen Erzbistum Tours ruhen. Nun haben Forscher die sterblichen Überreste unter die Lupe genommen – und unter die Nase.
Wie die britische Wissenschaftszeitschrift «Nature» am Mittwoch außerdem berichtete, war selbst der die Untersuchungen leitende Mediziner Philippe Charlier von der «Fälschung» überrascht: «Ich hätte nie gedacht, dass diese Überreste von einer Mumie stammen könnten.»Der Franzose Charlier hatte 2006 die Erlaubnis erhalten, die der Jeanne d'Arc zugeschriebenen Knochen und Hautreste einer umfassenden genetischen Analyse sowie anatomischen und Röntgenuntersuchungen zu unterziehen. Das Team nahm auch ein Infrarotspektrometer sowie ein Elektronenmikroskop zu Hilfe, machte eine Pollen-Analyse und datierte die Überreste mit der Radiokarbon-Methode.
Resultat: Die Überreste einer ägyptischen Mumie stammen aus dem 6. bis 3. Jahrhundert vor Christus. Der Rechtsmediziner erklärte, dass Mumien in Europa im Mittelalter zur Herstellung von Medikamenten benutzt worden sind.
Führende «Nasen» der Parfüm-Industrie - Sylvaine Delacourte von Guerlain und Jean-Michel Duriez von Jean Patou - halfen nach dem Bericht mit ihren Riechkünsten bei der Identifizierung mit. Sie bemerkten Vanille-Geruch, der bei Mumifizierten entsteht. Auch andere Analysen zeigten, dass die Reste nicht eingeäschert waren.