Forscher tricksen Blutkonserven aus
Geschieht es doch, stößt das Immunsystem des Empfängers die Spende fast augenblicklich ab - mit tödlichen Folgen. Der Blutgruppe 0 hingegen fehlen die hinderlichen Oberflächenmoleküle - Typ-0-Blut kann daher sowohl einem Patienten mit Gruppe A als auch einem mit Gruppe B gegeben werden. Viele, vor allem kleine Krankenhäuser, legen daher nur Vorräte vom Typ 0 an, von dem es häufig zu wenig gibt.
Der Gruppe um Liu gelang nun, die hinderlichen Moleküle der A- und B-Blutgruppen zu entfernen. «Wenn klinische Tests zeigen, dass die so veränderten Zellen sicher und effektiv übertragen werden können und der Prozess günstig genug ist, könnte das einen großen Schub für die Blutversorgung bringen», schreibt Geoff Daniels vom Bristol Institute für Transfusionsforschung in Großbritannien in einem Begleittext. «Wir warten mit Spannung auf die Resultate.»
Die Forscher produzierten diese Enzyme künstlich in großer Menge und gaben sie in ihren Experimenten zu jeweils 200 Millilitern Blut. Nach einer Stunde fanden sich keine störenden Moleküle mehr auf den roten Blutkörperchen, heißt es in «Nature Biotechnology». (dpa)

