19. Mrz 2007 13:36
Die globale Erwärmung zeigt sich in einer Art Völkerwanderung der Schmetterlinge. Was einigen Arten erlaubt, nach Deutschland einzuwandern, könnte andere aussterben lassen.
Darauf deuteten die Beobachtungen von 500 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die regelmäßig und nach einer standardisierten Methode Schmetterlinge zählen, teilte das UFZ mit. Die warmen Winter ermöglichen es vor allem Wärme liebenden Arten, ihr Areal nach Norden auszudehnen.Der Grosse Fuchs, vor 10 Jahren noch auf einige Reststandorte zurückgedrängt, ist wieder in vielen Teilen Süddeutschlands zu finden. Ähnliche Beobachtungen kommen aus anderen europäischen Regionen wie Schottland. Dort kommen jetzt der so genannte Braunkolbige Braun-Dickkopffalter und das Rotbraune Ochsenauge vor, denen es in diesen Breiten bisher zu kühl war.
Dagegen geraten Arten, die kühlere klimatische Ansprüche aufweisen und beispielsweise in Mooren oder Gebirgen vorkommen, in Schwierigkeiten. In Deutschland ist außerhalb der Alpen mit dem Verschwinden bereits seltener Arten zu rechnen: dem Hochmoorgelbling, dem Randring-Perlmutterfalter, dem Hochmoorbläuling und dem Natterwurz-Perlmutterfalter.
Nicht nur die Verbreitungsgebiete der Schmetterlinge sind in Bewegung, auch der Zeitpunkt, wann im Jahr sie erscheinen, ändert sich. Beim Tagpfauenauge führt das veränderte Klima dazu, dass inzwischen in vielen Regionen Deutschlands eine zweite Generation auftritt, was bislang nur in wärmsten Lagen Südwestdeutschlands der Fall war.Der Admiral gilt als klassischer Wanderfalter, der jedes Jahr aus dem Mittelmeerraum neu in Deutschland einwandert. Inzwischen sind die Winter so mild, dass der Falter seit zehn bis zwanzig Jahren auch hierzulande überwintert und zudem überwinternde Raupen und Puppen auftreten. So vermischen sich im Frühjahr die Nachkommen der Falter, die sich bei uns fortgepflanzt haben mit den Neuzugängen aus dem Süden.