Deutschland will auf den Mond
28. Feb 2007 16:58
 |  Der Mond | Foto: dpa |
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Deutschland bereitet eine Mond-Mission vor. Bereits 2013 könnte eine unbemannte Sonde den Erdtrabanten umkreisen.
Deutschland könnte in den Kreis der ambitionierten Raumfahrtnationen vorstoßen. Zumindest gibt es Anzeichen dafür. Denn derzeit wird eine eigene Mond-Mission vorbereitet. Wenn die Bundesregierung kommendes Jahr grünes Licht gebe, könne bereits 2013 eine unbemannte deutsche Sonde den Erdtrabanten umkreisen, sagte Walter Döllinger, Direktor für Raumfahrtprogramme beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der «Financial Times Deutschland».
Das Grundkonzept für ein deutsches Mondprogramm hatte das DLR am Dienstag vor Parlamentariern in Berlin präsentiert.
«Leuchtturmfunktion» erwartet
Von der Bundesregierung kommen wohlwollende Signale. «Es gibt noch keine endgültige Festlegung. Wir sind aber nicht negativ eingestellt», sagte der für Raumfahrt verantwortliche Ministerialdirektor im Bundes- Wirtschaftsministerium, Helge Engelhard, der Zeitung. Wichtig sei, dass ein solches Projekt anspruchsvolle wissenschaftliche und technische Ziele verfolge. «Die Mission sollte eine langfristige Leuchtturmfunktion haben.»Nach derzeitigem Stand der Planungen würde die deutsche Sonde den Mond beispielsweise kartographieren, mit Radarstrahlen abtasten und exakt vermessen. Langfristig hoffen die Wissenschaftler, vom Mond wertvolle Rohstoffe auf die Erde transportieren zu können - etwa das auf dem blauen Planeten sehr seltene Isotop Helium-3. Dieses Isotop könnte als Energieträger für eine saubere Kernfusion genutzt werden.
Kosten: 300 bis 400 Millionen Euro
Mit einer eigenen Mondmission würde Deutschland in den Kreis der ambitionierten Raumfahrtnationen vorstoßen. Die USA, China, Indien und Japan planen Mondmissionen mit zum Teil bemannten Kapseln. In Europa gibt es Pläne für unbemannte Mondsonden von den Italienern und Briten. Eine Mission mit einem Orbiter, der den Mond umkreist, würde den Steuerzahler etwa 300 bis 400 Millionen Euro kosten. Von den beiden größten deutschen Raumfahrtunternehmen OHB-System und EADS-Astrium, beide mit Sitz in Bremen, gibt es bereits erste konkrete Vorschläge für die technische Umsetzung. (nz)