netzeitung.deRabenvögel planen fürs Frühstück

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Wohin mit dem Futter? Ein Buschhäher versteckt einen Vorrat. (Foto: Ian Cannell & Caroline Raby<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wohin mit dem Futter? Ein Buschhäher versteckt einen Vorrat.
Foto: Ian Cannell & Caroline Raby
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Von Tieren ist bekannt, dass sie Entscheidungen nur für die Gegenwart treffen können. Doch wenn es etwa um das Frühstück geht, haben Rabenvögel zumindest ihren eigenen Trick.

Rabenvögel planen voraus und sichern sich damit das Frühstück für den nächsten Morgen. Das haben Forscher um Nicola Clayton von der britischen University of Cambridge in Futterexperimenten mit Westlichen Buschhähern (Aphelocoma californica) herausgefunden.

Die Tiere erkannten, in welchem Raum des Labors sich am nächsten Morgen kein Frühstück für sie finden würde und versteckten daraufhin am Abend genau dort Futter. Solche Vorratshaltung billigten viele Forscher bislang nur dem Menschen zu, wie die Experten für experimentelle Psychologie jetzt im Journal «Nature» berichten.

Das Experiment fand in einem durch Wände teilbaren Raum statt: In der Mitte gab es immer Futter. In einem der Nebenräume, dem «Frühstückszimmer», war morgens immer Futter in einer sandgefüllten Schale versteckt. Im zweiten Raum, dem «Nicht-Frühstückszimmer», stand immer eine Schale mit Sand, jedoch immer ohne Futter. Clayton und ihre Kollegen sperrten die Vögel dann einige Tage lang morgens für je zwei Stunden entweder ins eine oder ins andere Zimmer. Die Tiere hatten also Zeit zu lernen, wo es etwas zu fressen gab und wo nicht.

Anschließend boten die Forscher den Tieren nur noch abends im mittleren Raum Futter an. In den Zimmern links und rechts boten sie den Tieren lediglich Schalen mit Sand an. Die Vögel versteckten drei mal so viel Futter im «Nicht-Frühstückszimmer» wie im «Frühstückszimmer».

«Die Krähen planen für den nächsten Tag und sind dabei nicht von ihren gegenwärtigen Bedürfnissen motiviert», erklärt Clayton. Bislang sei angenommen worden, dass Tiere nur für die Gegenwart Entscheidungen treffen könnten, betonte die Forscherin, «aber die Experimente haben gezeigt, dass sie auch dazu fähig sind, für die Zukunft zu planen». Dies zeuge von hoch entwickelten und komplizierten Gedanken bei den Tieren.

Diese zeigten sich auch in einem zweiten Versuch: Dabei lernten die Vögel, dass es in beiden Räumen immer Frühstück gab – entweder Erdnüsse oder kleine Stücke Hundefutter. Sobald die Tiere erneut die Möglichkeit hatten, etwas zu verstecken, trafen sie eine eindeutige Wahl und versorgten jeden Raum mit dem Futter, das dort für gewöhnlich fehlte. (dpa)