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Vorläufer von Nervenzellen (Foto: PNAS<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Vorläufer von Nervenzellen
Foto: PNAS
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wandernde Nervenzellen frischen den Geruchssinn auf. Das zeigt, dass auch im menschlichen Gehirn lebenslang Neuronen nachwachsen können.

Lange Zeit galt das neurobiologische Dogma: Im erwachsenen Gehirn von Säugetieren bilden sich keine neuen Nervenzellen. Doch seit ein paar Jahren ist diese Gewissheit ins Wanken geraten. Der neueste Beitrag kommt von neuseeländischen und schwedischen Forschern. Sie wiesen nach, dass der menschliche Geruchssinn im Laufe des Lebens durch neue Nervenzellen aufgefrischt wird, berichten sie in einer Vorabveröffentlichung des Fachjournals «Science».

Die Wissenschaftler um Maurice Curtis von der Universität Auckland haben in den Gehirnen von Verstorbenen den Weg der neugebildeten Zellen ins Riechzentrums des Gehirns aufgespürt, der bisher nur bei Rattenhirnen nachgewiesen wurde. Beim Menschen war bisher nur ein Reservoir dieser Vorläuferzellen bekannt, nicht aber deren Route ins Riechzentrum.

Nun beschreiben die Forscher, dass Nervenzellen auch im menschlichen Hirn aus der so genannten subventrikulären Zone über den «Rostral Migratory Stream» in den Riechkolben einwandern und dort neue Nervenzellen bilden. Damit könne der Geruchssinn erhalten werden, der beispielsweise für die Partnerwahl und die Erkennung verdorbener Lebensmittel wichtig ist, vermuten die Wissenschaftler.

Diese Resultate sind ein weiterer Hinweise darauf, dass im menschlichen Hirn neue Nervenzellen entstehen. Eine Studie in den «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften hatte im vergangenen Jahr gezeigt, dass nach Schlaganfällen neue Nervenzellen gebildet werden. Bereits im Jahr 2004 beschrieben Forscher um Arturo Alvarez-Buylla von der Universität von Kalifornien in San Francisco im Journal «Nature» jene Vorläuferzellen, denen Wanderung das Team von Curtis nun bestätigte. (nz)