netzeitung.deSternenexplosionen als kosmische Leuchttürme

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Drei leuchtende Gasringe umgeben die Supernova 1987A. (Foto: P. Challis (CfA)<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Drei leuchtende Gasringe umgeben die Supernova 1987A.
Foto: P. Challis (CfA)
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sternexplosionen dienen als Markierungen für kosmische Entfernungen. Astrophysiker haben diese Entfernungsmessung nun verbessert.

Ein Sternenleben endet mit einem gewaltigen Knall: Sterne explodieren in einer Supernova und strahlen über einige Wochen so hell wie eine ganze Galaxie, bevor sie erlöschen. Die auf der Erde gemessene Helligkeit ist ein Maß für die Entfernung der Sternenexplosionen. Doch diese Abstandsmessung ist unsicher. «Die Frage ist immer noch: Wie gut sind Supernovae eigentlich als Entfernungsmaß geeignet, da zum Beispiel die Erkenntnis, dass sich das Universum beschleunigt expandiert, zum großen Teil auf Beobachtungen von Supernovae beruht», sagt Wolfgang Hillebrandt vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching.

Um die kosmische Entfernungsbestimmung zu verbessern, untersuchten deutsche und italienische Astrophysiker die Explosionen von 20 Sternenexplosionen. Über ihre Ergebnisse berichten sie im Wissenschaftsmagazin «Science».

Die hellsten Sternenexplosionen, Supernovae vom Typ Ia, sind in ihrer Leuchtkraft sehr ähnlich, aber nicht gleich. Die Astrophysiker können nun erklären, wie diese Unterschiede entstehen. Sie stellten fest, dass die Energie bei allen Explosionen ähnlich war. Unterschiede gab es aber bei der Verteilung von Elementen wie Silizium und radioaktivem Nickel. Je mehr Nickel enthalten ist, desto heller leuchtet die Sternenexplosion.

Die gewaltige Energie einer Supernova stammt aus der nuklearen Fusion von Sauerstoff und Kohlenstoff. Dabei entstehen radioaktive Atomkerne, die an ihrem charakteristischen Leuchten erkannt werden können. Und die Verteilung dieser Atomkerne ist entscheidend für die Helligkeit der Explosion.

Dies sei eine solide Grundlage, um Supernovae als präzise kosmische Entfernungsmesser zu verwenden. «Wir verstehen jetzt die Unterschiede in der Helligkeit von Supernovae besser und können deshalb in Zukunft dieses kosmische Metermaß genau eichen», sagt Wolfgang Hillebrandt. Die Entfernungen von Sternexplosionen dienen Kosmologen als wichtige Anhaltspunkte, um die Ausdehnung des Universums und die Verteilung von dunkler Energie zu bestimmen. (nz)