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Wie Schmetterlinge Männermangel verkraften

06. Feb 2007 07:37
Ein Männchen des tropischen Schmetterlings <i>Hypolimnas bolina</i>
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Viele Schmetterlingsbestände leiden unter Männerknappheit. Wie sie trotzdem überleben, haben britische Forscher herausgefunden.

Bei manchen Schmetterlingsarten ist das Gleichgewicht von Männchen und Weibchen verschoben. Die Weibchen sind klar in der Überzahl. Schuld ist der Parasit Wolbachia. Ist ein Schmetterlingsweibchen mit dem Erreger infiziert, hat das fatale Auswirkungen für die männlichen Nachkommen: Die männlichen Embryos sterben noch vor dem Schlüpfen im Ei. Die weiblichen Nachkommen der infizierten Schmetterlinge hingegen werden verschont und können sich zur Raupe weiterentwickeln.

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  • «Wir wollten herausfinden, ob dieses Phänomen Auswirkungen auf das Paarungsverhalten der Insekten hat», sagt Sylvain Charlat, Biologe am «University College London». Die Forscher untersuchten Bestände des tropischen Schmetterlings Hypolimnas bolina, der den deutschen Namen Große Eierfliege trägt.

    Sie fanden heraus, das trotz der Männerknappheit die Schmetterlingspopulation stabil bleibt. Gibt es weniger Männchen, steigt der Paarungsdrang der Weibchen. Die erschöpften Männchen reagieren darauf, indem sie ihre Spermienproduktion reduzieren. Das jedoch bemerken die Weibchen, was ihren Paarungsdrang weiter anstachelt, berichten sie im Fachjournal «Current Biology».

    «Um die Bevölkerung stabil zu halten, braucht es nicht viele Männchen. Das hängt damit zusammen, dass die Entscheidung zur Paarung hauptsächlich unter weiblicher Kontrolle liegt und dass die Männchen sehr fruchtbar sind», sagt Greg Hurst, Mitautor der Studie.

    Mehr im Internet:
    Um die Zusammenhänge zu erforschen, untersuchten die Wissenschaftler zwanzig tropische Inseln in Südostasien und im Pazifik. Auf den verglichenen Inseln sind die Infektionsraten mit dem Parasiten Wolbachia unterschiedlich hoch, daher unterscheidet sich auch das Geschlechterverhältnis der Schmetterlinge. (nz)
     
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