netzeitung.deHühner produzieren Medikamente

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Genetisch veränderte Hühner können Medikamente gegen Krebs und Infektionen produzieren. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Genetisch veränderte Hühner können Medikamente gegen Krebs und Infektionen produzieren.
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Proteine herzustellen, die als Medikamente eingesetzt werden können, ist technisch aufwändig. Forscher haben nun einen einfacheren Weg gefunden.

Wissenschaftler des schottischen Roslin-Instituts bei Edinburgh haben Hühner genetisch so verändert, dass sie medizinisch nutzbare Proteine herstellen. Die gelegten Eier enthalten Stoffe, mit denen Krebs und Viren bekämpft werden können.

Die Wissenschaftler um Helen Sang haben sich das Gen vorgenommen, das den Bauplan für Ovalbumin enthält. Mehr als die Hälfte des Eiweißes eines Hühnereis besteht aus diesem Protein. In dieses Gen fügten sie den Bauplan für einen Antikörper ein, der gegen Krebs genutzt werde kann, und für ein Interferon, das gegen Virusinfektionen hilft. Die Erkenntnisse stellten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «PNAS» vor.

Proteine, die als Medikamente genutzt werden, werden bisher in Bakterienkulturen produziert. Diese Technik ist aufwändig und teuer, und einige komplexere Eiweiße können nur in tierischen Zellen gebildet werden. Ziegen oder Kühe wurden bereits genetisch so verändert, dass ihre Milch die gewünschten Proteine enthält. Doch Hühnermethode soll billiger und schneller sein. «Wenn man einmal einen transgenen Vogel hergestellt hat, kann man Hunderte von Vögeln mit einem Gockel züchten, da er sich mit Hunderten von Hennen paaren kann», sagte Teamleiterin Helen Sang dem Online-Dienst der BBC.

Bis in Eiern produzierte Medikamente in ersten Studien getestet werden können, sind allerdings noch etwa fünf Jahre Forschung nötig, sagen die Wissenschaftler, die bereits seit mehr als fünfzehn Jahren an der Methode arbeiten. Das Roslin-Institut machte vor mehr als zehn Jahren Schlagzeilen, als es das Schaf «Dolly» als erstes geklontes Säugetier präsentierte.

Für das Web ediert von Stefan Nickels