Gendefekt macht Schmerz-unempfindlich
14.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Für die Forscher um Geoffrey Woods von Addenbrooke's Hospital in Cambridge, Großbritannien, war dieser Fall Auslöser für die Erforschung des Phänomens. Sie untersuchten sechs weitere Kinder aus Nordpakistan, die aus drei verwandten Familien stammten und noch nie körperliche Schmerzen verspürt hatten. Genetische Analysen zeigten, dass alle eine Mutation im Gen SCN9A tragen. Diese Erbanlage enthält die Bauanleitung für ein Protein, das Teile eines Kanals in der Membran bestimmter schmerzempfindlicher Nervenzellen bildet.
Wozu dieser Kanal dort genau benötigt wird ist, ist der Studie in «Nature» zufolge noch unklar. Die Mutation führe zum Funktionsverlust und damit zur Schmerzunempfindlichkeit.
Möglicherweise könnten Medikamente, die den Kanal in gesunden Menschen blockieren, als sichere und gut verträgliche Schmerzmittel eingesetzt werden, schreiben die Wissenschaftler. Nachteile seien nicht zu befürchten, da die Menschen mit der Mutation Berührungen, Druck oder Temperaturen problemlos wahrnehmen. Abgesehen von den meist zahlreichen unbemerkten Verletzungen, seien sie völlig gesund. (nz)

