«Polonium kriegt man überall»
04.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Selbst wenn nachgewiesen werden könnte, dass das Polonium in Litwinenkos Körper aus Russland stammt - etwa durch bestimmte Verunreinigungen mit anderen Elementen - würde das nicht auf eine Beteiligung der russischen Regierung hinweisen: Das Land exportiert jährlich etwa 96 Gramm Polonium allein in die USA. Nach Großbritannien wurde es indes in den vergangenen fünf Jahren nach Angaben der russischen Atomenergie-Agentur nicht ausgeführt.
Die Geräte eines US-Herstellers sind über das Internet erhältlich. Gesundheitlich sind sie unbedenklich, da die Strahlung des Poloniums die menschliche Haut nicht durchdringen kann. Gefährlich wird sie erst, wenn das Metall eingeatmet oder mit Nahrung aufgenommen wird. Die Hersteller der antistatischen Geräte versehen sie daher mit entsprechenden Sicherheitshinweisen.
Mit «gründlicher Laborarbeit» könnte das Polonium aus den Produkten isoliert werden, sagte der Kriegsforscher Peter Zimmermann vom Londoner King's College der «New York Times». Bereits ein Zehnmillionstel Gramm Polonium kann im Körper eine tödliche Strahlungsdosis freisetzen. Verschlossen, etwa in einer Flasche, kann das Material ohne Risiken für Kontaktpersonen transportiert werden. (nz)

