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Suche nach Flussdelfin bislang ergebnislos

04. Dez 2006 09:24
Der Chinesische Flussdelfin wurde durch Dammbauten, Verschmutzung, Fischerei und Schiffsverkehr bedroht.
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Der Chinesische Flussdelfin gilt als das seltenste Säugetier der Welt. Die Art könnte ausgerottet sein - oder die letzten Tiere wurden übersehen.

Der Baiji genannte Chinesische Flussdelfin ist möglicherweise ausgestorben. Ein internationales Forscherteam habe auf einer noch rund zwei Wochen dauernden Expedition auf dem Jangtse bisher kein Exemplar der finden können, berichtete August Pfluger, Chef der Stiftung Baiji.org und Organisator der Suche.

Mehr in der Netzeitung:
Sollte das Team auch bis zum Ende der Expedition keine Baijis entdeckt haben, will es die Art offiziell für ausgestorben erklären. «Es sieht schlecht aus», sagte Pfluger am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa in Schanghai. Mit nach Schätzungen weniger als 50 Exemplaren galt der Baiji bislang als seltenstes Säugetier der Erde. Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF wurden 1997 13 Tiere gezählt.

Nun haben Wal- und Delfin-Experten aus den USA, China und Japan vor 26 Tagen ihre Suche nach den letzten Baijis begonnen. Von zwei Schiffen aus haben sie die Expeditionsroute von 1750 Kilometern zwischen der Stadt Yichang und der ostchinesischen Hafenmetropole Schanghai mit Feldstechern und Unterwasser-Mikrofonen abgesucht – bislang vergeblich.

Der Schweizer PR-Manager Pfluger, der sich ehrenamtlich engagiert, sieht einen Grund für den Misserfolg in den schlechten Wetterbedingungen: Die Sicht habe teilweise weniger als 150 Meter betragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Tiere übersehen wurden, sei «sehr groß».

«Die Stimmung an Bord ist nicht die beste», sagte Pfluger. Das Team lege jede Hoffnung auf den letzten Teil der Suche von Schanghai zurück an den Startpunkt der Mission in der zentralchinesischen Stadt Wuhan. Sollten noch Tiere gefunden werden, wollen chinesische Forscher sie später fangen und in ein Reservat bringen.

Den Baiji schon jetzt für ausgestorben zu erklären, hält Pfluger für verfrüht: «Wir haben die ganze Wahrheit erst am Ende des Trips. Es ist möglich, dass wir auf dem Rückweg noch Baijis sehen.»

Mehr im Internet:
Auf der Expedition wird auch der Bestand einer Unterspezies nur im Jangtse lebender Glattschweinswale gezählt. Bislang haben die Forscher weniger als 300 Tiere gefunden. Das seien «alarmierend wenige», sagte Pfluger. Ihnen drohe das gleiche Schicksal wie dem Baiji.

Der Baiji kommt nur im Jangtse vor, Chinas längstem Fluss. Weltweit gibt es drei weitere Flussdelfinarten: den Amazonasdelfin, den Gangesdelfin und den La-Plata-Delfin. Die Tiere sind in ihren Lebensräumen durch Verschmutzung, Fischfang, Schiffsverkehr und Dammbauten gefährdet. Zuletzt hatte im vergangenen Jahr ein Fischer einen Baiji beobachtet. (dpa)

 
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