Suche nach Flussdelfin bislang ergebnislos
04.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Nun haben Wal- und Delfin-Experten aus den USA, China und Japan vor 26 Tagen ihre Suche nach den letzten Baijis begonnen. Von zwei Schiffen aus haben sie die Expeditionsroute von 1750 Kilometern zwischen der Stadt Yichang und der ostchinesischen Hafenmetropole Schanghai mit Feldstechern und Unterwasser-Mikrofonen abgesucht bislang vergeblich.
Der Schweizer PR-Manager Pfluger, der sich ehrenamtlich engagiert, sieht einen Grund für den Misserfolg in den schlechten Wetterbedingungen: Die Sicht habe teilweise weniger als 150 Meter betragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Tiere übersehen wurden, sei «sehr groß».
«Die Stimmung an Bord ist nicht die beste», sagte Pfluger. Das Team lege jede Hoffnung auf den letzten Teil der Suche von Schanghai zurück an den Startpunkt der Mission in der zentralchinesischen Stadt Wuhan. Sollten noch Tiere gefunden werden, wollen chinesische Forscher sie später fangen und in ein Reservat bringen.
Den Baiji schon jetzt für ausgestorben zu erklären, hält Pfluger für verfrüht: «Wir haben die ganze Wahrheit erst am Ende des Trips. Es ist möglich, dass wir auf dem Rückweg noch Baijis sehen.»
Der Baiji kommt nur im Jangtse vor, Chinas längstem Fluss. Weltweit gibt es drei weitere Flussdelfinarten: den Amazonasdelfin, den Gangesdelfin und den La-Plata-Delfin. Die Tiere sind in ihren Lebensräumen durch Verschmutzung, Fischfang, Schiffsverkehr und Dammbauten gefährdet. Zuletzt hatte im vergangenen Jahr ein Fischer einen Baiji beobachtet. (dpa)

