netzeitung.deMehr Raucher in deutschen als in US-Filmen

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Anzünden einer Zigarette (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Anzünden einer Zigarette
Foto: dpa
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Die Bundesregierung will Filmproduzenten dazu bringen, dass in ihren Streifen nach Möglichkeit auf das Rauchen verzichtet wird. Anlass für den Vorstoß ist das Ergebnis einer Studie.

In deutschen Spielfilmen wird einer Studie zufolge mehr als doppelt so häufig geraucht oder mit Zigaretten hantiert wie in amerikanischen oder europäischen Kinoproduktionen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), will mit Film- und Fernsehproduzenten daher eine freiwillige Vereinbarung treffen, dass Schauspieler in deutschen Produktionen möglichst nicht rauchen, wie Bätzing am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung der Studie ankündigte.

Das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung, das im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums von 1994 bis 2004 Kinofilme und im Jahr 2005 Fernsehproduktionen untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass in 75 Prozent aller 409 begutachteten Kinofilme geraucht wurde. Während jedoch bei amerikanischen Filmen mit genereller Altersfreigabe seltener geraucht wird als in Filmen ab 16 Jahren, gilt dies für deutsche und europäische Filme nicht. In 86 Prozent der deutschen und europäischen Filme für Kinder wird geraucht.

Auch im Fernsehen ist das Rauchen sehr verbreitet. In 45 Prozent aller Sendungen waren rauchende Menschen zu sehen. Besonders häufig gab es Raucherszenen in Spielfilmen (77 Prozent) und in Magazinen (69 Prozent), wo regelmäßig rauchende Politiker gezeigt wurden. Unterschiede stellten die Wissenschaftler bei den Fernsehsendern fest. Am wenigsten wurde in Sendungen der ARD geraucht (31 Prozent). Darauf folgte RTL, wo in 41 Prozent der Sendungen geraucht wurde. Bei Pro Sieben waren es 54 Prozent. An der Spitze lag das ZDF mit 56 Prozent.

Die Medien müssten ein stärkeres Bewusstsein dafür entwickeln, dass Kino- und Fernsehidole Vorbilder für Jugendliche seien, sagte Bätzing. Die Gruppe der Raucher unter den Zwölf- bis 17-Jährigen sei zwar zwischen den Jahren 2000 und 2005 von 28 auf 20 Prozent gesunken. Tabakkonsum sei aber kein neutrales dramaturgisches Mittel. Ihr Ziel sei, bis 2008 eine Raucherquote von 17 Prozent unter Jugendlichen zu erreichen, sagte die Drogenbeauftragte. (nz)