netzeitung.deTraue nicht den bunten Halbaffen

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Andersfarbige Artgenossen: Mausmakis der Art Microcebus griseorufus (Foto: L. R. Godfrey<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Andersfarbige Artgenossen: Mausmakis der Art Microcebus griseorufus
Foto: L. R. Godfrey
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Über die wahre Identität kleiner Lemuren haben Zoologen sich bislang getäuscht. Die Wissenschaftler haben zu sehr auf Äußerlichkeiten geachtet.

Bei verschiedenfarbigen Lemuren in madagassischen Wäldern handelt es sich um weniger unterschiedliche Arten als Biologen bislang angenommen hatten. Entsprechend dem Motto «In der Nacht sind alle Katzen grau» könnte sich bei diesen Halbaffen keine arttypische Fellfarbe entwickelt haben.

Forscher um Kellie Heckman von der US-amerikanischen Yale University in New Haven, Connecticut, haben die Verwandtschafts- verhältnisse von 70 Mausmakis untersucht. Die Tiere hatten unterschiedliche Fellfarben und stammten aus unterschiedlichen Waldgebieten. Dementsprechend wurden sie als Vertreter dreier Arten von Mausmakis angesehen.

Neben den Körpermerkmalen analysierten die Wissenschaftler Erbgut aus bestimmten Zellorganen. Wie sie nun in der Zeitschrift «BMC Evolutionary Biology» berichten, glichen sich die drei Gruppen der Tiere im untersuchten Gen. Anhand ihres Erbguts müssten sie alle der Art Microcebus griseorufus (Graubrauner Mausmaki) zugeordnet werden, folgern sie.

Die unterschiedlichen Fellfarben traten in allen drei Gruppen im gleichen Verhältnis auf. Artgenossen könnten die nachtaktiven Tiere aber dennoch zuverlässig erkennen – wahrscheinlich nicht an sichtbaren Merkmalen, sondern an Lautäußerungen und Geruch.

In den vergangenen Jahren wurde auf Madagaskar eine Reihe neuer Lemurenarten identifiziert. Da die Waldgebiete auf der afrikanischen Insel zerstört werden sind ihre Bewohner vom Aussterben bedroht. Forscher hatten daher Projekte gestartet, die Artenvielfalt zu erfassen.

Seit 1992 wurden allein 13 neue Mausmaki-Arten beschriebenen, berichtet das Magazin «New Scientist» auf seiner Website. Heckman vermutet, dass es sich dabei zum Teil um Vertreter bereits bekannter Arten handeln könnte. Für eine zuverlässige Artenerfassung müssten mehr genetische Merkmale der Tiere untersucht werden. (nz)