14. Nov 2006 08:30
Bei heftigen Schmerzen verabreichen Mediziner Patienten Morphin. Nun haben Forscher ein wirksameres Mittel entdeckt, das der Organismus selbst herstellt.
Wie Wissenschaftler im Magazin «Proceedings of the National Academy of Sciences» berichten, lindert das so genannte Opiorphin bei Ratten Schmerzen bei Entzündungen. Zudem konnten die behandelten Nager länger über Nägel laufen als nicht behandelte Artgenossen. Bei den Ratten habe eine Dosis von ein Milligramm Opiorphin pro Kilogramm Körpergewicht ebenso gewirkt wie drei bis sechs Milligramm Morphin, schreibt die Gruppe um Catherine Rougeot vom französischen Institut Pasteur in Paris.Opiorphin und verwandte Substanzen aktivierten im Körper einen schmerzstillenden Mechanismus, berichten die Wissenschaftler. Wahrscheinlich hemmten die Stoffe den Abbau körpereigener Opiate, so genannter Endorphine. Diese Morphin-ähnlichen Substanzen spielen eine Schlüsselrolle für die Wahrnehmung von Schmerz. Sie regulieren aber auch Gefühlszustände und emotionale Reaktionen. Langfristig sei eine Anwendung in der Schmerztherapie sowie bei Stimmungsschwankungen vorstellbar.