02. Nov 2006 10:51
Bei vielen Staaten-bildenden Insekten könnten auch die Arbeiterinnen Eier legen. Wie Forscher nun berichten, überlassen sie dies nicht nur aus Selbstlosigkeit der Königin.
Tom Wenseleers und Francis Ratnieks wollten herausfinden, warum Arbeiterinnen keine eigenen Nachkommen hervorbringen, obwohl sie Eier legen können. Die Forscher vom Wissenschaftskolleg zu Berlin haben neun Wespenarten und die Honigbiene Apis mellifera untersucht. In den Staaten dieser Insekten gibt es jeweils nur eine Königin, die Eier legt. Arbeiterinnen oder die Königin zerstören Eier, die von Arbeiterinnen gelegt werden.Wie Wenseleers und Ratnieks nun in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature» berichten, steht soziale Kontrolle hinter dem Altruismus der Arbeiterinnen, ihrem selbstlosen Verhalten, für die Nachkommen der Königin zu sorgen. Wo sie besonders gut funktioniere, legten weniger als drei Prozent der Arbeiterinnen Eier, fanden Wenseleers und Ratnieks. Ist die Kontrolle hingegen nur zu 30 Prozent effektiv, setzten mehr Arbeiterinnen die Eiablage fort.
Wie gründlich kontrolliert wird, hängt auch vom Verwandtschaftsgrad der Arbeiterinnen untereinander ab. Je nachdem, ob sich die Königin nur einmal oder mehrfach paart, sind ihre weiblichen Nachkommen Schwestern oder auch Halbschwestern. Bei einem geringen Verwandtschaftsgrad unter den Arbeiterinnen wird besonders gründlich kontrolliert, fanden Wenseleers und Ratnieks. Bei engerer Verwandtschaft gibt es dagegen mehr Arbeiterinnen, die der Kontrolle entgehen.