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WWF sieht «finstere» Zukunft für Ökosysteme

24. Okt 2006 13:00, ergänzt 16:47
Regenwald in Brasilien
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So schnell wie nie zuvor zerstört die Menschheit die Natur. Das geht aus einer Studie der Naturschutz- Organisation WWF hervor. Sie warnen vor einem baldigen Zusammenbruch der Ökosysteme.

Die weltweite Umweltzerstörung durch Konsum und höhere Anforderungen an den Lebensstil hat laut der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) so dramatische Ausmaße angenommen wie nie zuvor. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Organisation am Dienstag veröffentlichte.

Mehr in der Netzeitung:
Dem alle zwei Jahre erscheinenden «Living Planet Report» zufolge wären bis 2050 zwei Planeten nötig, um den Verbrauch an natürlichen Ressourcen durch die Menschheit zu kompensieren. Zwischen 1970 und 2003 hätte die Artenvielfalt der Wirbeltiere um rund ein Drittel abgenommen. Die Welt erlebe zurzeit «das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier», sagte der WWF in Frankfurt am Main.

Zugleich sei der Verbrauch an Ressourcen in diesem Zeitraum so weit fortgeschritten, dass die Erde nicht mehr in der Lage sei, sich zu regenerieren. Der Bericht entwickelt drei Szenarien, beginnend bei «Alles wie gehabt» hin zu «Übergang zu einer nachhaltigen Gesellschaft». Das «Alles wie gehabt»-Szenario sagt den Kollaps des Ökosystems bis 2050 voraus. «Die Konsequenzen sind vorhersagbar – und finster», sagte der Internationale Generaldirektor von WWF, James Leape, bei der Vorstellung der Studie in Peking.

Die am stärksten gefährdeten Ökosysteme seien derzeit Flüsse und Seen. Diese Süßwasserlebensräume würden durch Verschmutzung und Dammbau zerstört. In den Tropen seien unter anderem die stark bedrohten Flussdelfine betroffen, in Europa Lachse und Störe.

Mehr im Internet:
Der Bericht wird von der Londoner Zoologischen Gesellschaft und dem «Global Footprint Network» zusammengestellt und analysiert zwei Indikatoren: Zum einen den Zustand der Ökosysteme im «Living Planet Index» und den weltweiten menschlichen Bedarf an Ressourcen wie Nahrung, Wasser, Land und Holz durch den «Ecological Footprint». Der erste «Living Planet report» erschien 1998. (nz)
 
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