Niedrige Erwartungen hemmen Schüler
23.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Auch negative Stereotype, die die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe mit geringen intellektuellen Fähigkeiten in Verbindung bringen, können die schulischen Leistungen erheblich beeinträchtigen. Langfristig könne der Anspruch an die eigenen Schulleistungen sinken. Herausforderungen werden dann vermieden und Schulleistungen verlieren ihre Bedeutung für das Selbstwertgefühl.
Die Studie zeige, so die Arbeitsstelle «Interkulturelle Konflikte und gesellschaftliche Integration» des WZB, dass die Einteilung in leistungsstarke und leistungsschwache Schüler und Schultypen vor allem die Entwicklung leistungsschwächerer Kinder hemmt. Die Bildungsungleichheit in Deutschland werde dadurch verstärkt. Migrantenkinder sind besonders betroffen, da sie überproportional an Hauptschulen vertreten sind. In heterogen zusammengesetzten Gruppen mit höheren Leistungsanforderungen würden gerade zunächst schwächere Schüler besser lernen, sagen die Sozialforscher.
Die Sozialforscher sprechen sich auch für eine heterogene Zusammensetzung von Schulkassen aus. Die Auswirkungen des dreigliedrigen Schulsystems in Deutschland sollten umfassend geprüft werden und Reformansätze im Hinblick auf leistungsschwächere und leistungsstärkere Schüler bewertet werden. (nz)

