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Gentests personalisieren Krebsbehandlung

23. Okt 2006 10:28
Mit Gentests können sich Mediziner ein Bild von der Genaktivität in Krebszellen machen.
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Für eine Chemotherapie gegen Krebs können Ärzte verschiedene Mittel einsetzen. Eine neue Methode zeigt ihnen die wahrscheinlich effektivsten an.

Mithilfe von Gentests, die Eigenschaften von Tumorzellen erfassen, können Mediziner bestimmen, welche Mittel bei einer Chemotherapie die entarteten Zellen eines Patienten am wirkungsvollsten bekämpfen. Die neu entwickelten Tests könnten Leben retten und die Nebenwirkungen der Behandlung vermindern, sagen die Entwickler.

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In der November-Ausgabe des Magazins «Nature Medicine» beschreiben Forscher von der US-amerikanischen Duke University in Durham, North-Carolina, die Auswahlmethode. Mit den Gentests werden Tausende Gene der Tumorzellen untersucht. Das genetische Profil liefert den Medizinern ein Bild von der Aktivität der Gene und damit den molekularen Eigenschaften der Tumorzellen. So konnten sie mit 80-prozentiger Sicherheit anhand von Kulturen der Krebszellen herausfinden, welche Mittel am besten wirken würden.

«Mit den neuen Tests können Ärzte die Behandlung personalisieren, was das Ergebnis verbessern sollte», sagt Anil Potti, die leitende Forscherin. Nach Einschätzung der Medizinerin wird die Chemotherapie weiterhin die wichtigste Behandlungsstrategie gegen Krebs sein. Bislang müssten Ärzte jedoch häufig mehrere Mittel am Patienten testen, bis eines anschlägt. Dies setze die Patienten den teils erheblichen Nebenwirkungen aus während sich ihr Zustand verschlechtere.

«Wir glauben, dass Gentests, die das richtige Mittel für jeden einzelnen Patienten identifizieren, die Krebsbehandlung revolutionieren können», wird Joseph Nevins, ein Mitglied des Forscherteams in einer Mitteilung der Universität zitiert. So könne die Wirksamkeit von Chemotherapien gesteigert werden, ohne dass neue Mittel entwickelt werden müssten.

Mehr im Internet:
Im nächsten Jahr sollen klinische Studien mit 120 Brustkrebspatienten beginnen. Die Mediziner wollen vergleichen, wie gut Patienten auf Chemotherapien ansprechen, die entweder mithilfe der Gentests oder nach der Versuch-und-Irrtum-Methode ausgewählt wurden. Anschließend sollen auch Eierstock- und Lungenkrebs-Patienten mit einbezogen werden. Erweist sich die Gentest-Methode als effektiv könne sie bei allen Krebsarten zum Einsatz kommen, sagt Potti, die mit Chemotherapeutika behandelt werden. (nz)
 
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