09. Okt 2006 10:34
Frauen mit bestimmten Veränderungen im Erbgut erkranken häufiger an Brustkrebs. Nun haben Forscher eine weitere identifiziert, die allerdings selten auftritt.
Mehrere Erbanlagen, deren Mutationen das Brustkrebsrisiko deutlich stärker erhöhen, sind bereits bekannt, darunter die Gene BRCA1 und BRCA2. Eine BRCA-Mutation führt bei 50 bis 80 Prozent der Frauen zu Brustkrebs.Die britischen Forscher hatten 1212 Brustkrebspatientinnen ohne BRCA-Mutation untersucht. Bei neun Patientinnen fanden sie Veränderungen im BRIP1-Gen, das ist ein Anteil von 7,4 Promille. Dadurch werde das zugehörige Protein sehr wahrscheinlich deaktiviert, berichten sie in der Online-Vorabausgabe des Magazins «Nature Genetics». In einer Vergleichsgruppe von 2081 gesunden Frauen zeigten sich diese Mutationen nur bei zwei Frauen, einem Anteil von einem Promille.
Das Brustkrebsrisiko einer BRIP1-Veränderung ähnelt den Autoren zufolge dem bei einer Mutation in den Erbanlagen CHEK2 und ATM. Die Forscher vermuten, dass Mutationen in diesen Genen vermutlich nur in Zusammenhang mit anderen Erbgutveränderungen oder Umweltfaktoren zu Krebs führen können.Wie die anderen Risikogene ist die Erbanlage BRIP1 an der Reparatur von DNA-Schäden beteiligt. Dies stütze die Vorstellung, dass unreparierte DNA-Schäden ein Schlüsselfaktor für die Entstehung von Brustkrebs seien. (nz)