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Ozonschwund erreicht Rekordstand

02. Okt 2006 17:19
Das Ozonloch über der Antarktis am 28. September 2006
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Bis 2050 soll sich das antarktische Ozonloch endgültig schließen. Doch bislang schlägt sich der Erholungstrend kaum nieder.

In der Atmosphäre über der Antarktis wurden in diesem Jahr bereits etwa 40 Millionen Tonnen Ozon zerstört. Das so genannte Ozonloch ist kleiner, aber tiefer als im Rekordjahr 2000, zeigen Satellitenmessungen.

Hintergrund:
Die Dobson-Einheit ist ein Maß für das gesamte Ozon in einer beliebig starken Luftsäule. Eine Dobson-Einheit entspricht einer Gesamt-Ozonschicht von einem Tausendstel Millimeter Stärke bei null Grad Celsius und einem Druck von 1013,25 Millibar. Normalerweise misst die Ozonschicht etwa 300 Dobson-Einheiten, was einer Stärke der Ozonschicht von drei Millimetern entspricht.
Wie die europäische Weltraumorganisation Esa mitteilte, ist die Ozonschicht in der Stratosphäre auf einer Fläche von rund 28 Millionen Quadratkilometern fast vollständig zerstört. Nach Angaben der Nasa waren es im Rekordjahr 2000 rund 29,5 Millionen Quadratkilometer. In diesem Jahr ist die Stärke der verbliebenen Ozonschicht jedoch auf 100 Dobson-Einheiten gesunken. Diese Kombination aus Ausdehnung und Tiefe des Ozonlochs ergibt den größten bislang gemessenen Ozonschwund. Im Jahr 2000 betrug er rund 39 Millionen Tonnen.

«Der extreme Verlust dieses Jahr kann damit erklärt werden, dass die Temperaturen auf dem tiefsten Stand seit 1979 sind», wird Claus Zehner in der Esa-Mittelung zitiert. Tiefe Temperaturen sind eine Voraussetzung für die Entstehung des Ozonlochs. Mit dem zunehmenden Sonnenlicht des Frühlings in der Antarktis wird die Sauerstoffverbindung in der Stratosphäre, in etwa 25 Kilometer Höhe über dem Erdboden, gespalten.

Mehr im Internet:
Auslöser sind Substanzen wie Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), die durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre gelangten. Seit Verabschiedung des Montreal-Protokolls 1987 ist ihre industrielle Verwendung in vielen Ländern verboten. Die Ozonzerstörer können sich jedoch lange in der Atmosphäre halten. Nasa-Forscher gehen nach Computer-Simulationen davon aus, dass sich die Ozonschicht der Erdatmosphäre bis zum Jahr 2068 – und nicht wie zuvor prognostiziert 2050 – erholt. (nz)

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