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Selbstbestimmtes Lernen bringt bessere Leistung

29. Sep 2006 09:16
Schülerin an einer Montessori-Grundschule
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Im Laufe der Schulausbildung sollen Kinder fachliche und soziale Kompetenzen erlangen. Noten könnten nach einer aktuellen Studie dabei eher hinderlich sein. Eine spezielle Schulform verzichtet deshalb darauf.

US-Psychologen haben den Erfolg der Montessori-Pädagogik untersucht und ihr ein gutes Zeugnis ausgestellt. Danach bekamen Montessori-Schüler am Ende ihrer Kindergartenzeit in standardisierten Prüfungen bessere Noten beim ersten Lesen und Rechnen.

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Außerdem zeigten sie sich überlegen im sozialen Umgang mit Gleichaltrigen, berichten Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Science». In kritischen Situationen auf dem Spielplatz reagierten sie positiver als Kinder, die keine Montessori-Erziehung genossen hatten. Montessori-Schüler legten zudem mehr Wert auf Fairness und Gerechtigkeit.

Die Autorinnen der Studie, Angeline Lillard von der University of Virginia in Charlottesville und Nicole Else-Quest von der University of Wisconsin in Madison, haben im zweiten Teil ihrer Studie Zwölfjährige verglichen. Eine Gruppe hatte bis dahin eine städtische Montessori-Schule besucht. Die Kontrollgruppe setzte sich aus Jungen und Mädchen zusammen, die aus Platzgründen nicht aufgenommen worden waren.

Beide Gruppen wurden anhand von Aufsätzen und Fragebögen beurteilt. Montessori-Schüler lieferten kreativere Essays mit vergleichsweise fortgeschrittenen Satzkonstruktionen ab. In der Rechtschreibung und Zeichensetzung unterschieden sie sich nicht von den Kontrollschülern. Ihre schriftlichen Aussagen ließen außerdem erkennen, dass sie einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn entwickelt hatten und ihre Schule als kleine Gemeinde empfanden, in der sie ihren festen Platz hatten.

Wenn strikt ausgeübt, erziele der Montessori-Ansatz akademisch und beim sozialen Verhalten zumindest ebenbürtige, oft aber bessere Ergebnisse als die übliche Bildung, folgern Lillard und Else-Quest.

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Montessori-Schulen verfolgen einen Erziehungsansatz, der sich wesentlich von einer traditionellen Schulbildung unterscheidet, schreiben die Autorinnen. So versuchten Montessori-Pädagogen etwa, die Entwicklung des eigenen Willens zu fördern und die individuellen Wünsche der Kinder stärker zu berücksichtigen, damit sie ihren eigenen Lernbedürfnissen und nicht starr vorgegebenen Lernprogrammen folgen.

In den Klassen sitzen unterschiedlich alte Schüler zusammen. Sie arbeiten in Gruppen und mit speziellen Lernmaterialien und können selbst bestimmen, woran. Auf Tests und Benotungen wird verzichtet, teilte die University of Virginia mit.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Montessori Dachverbandes rund 1000 Montessori-Einrichtungen. Etwa 600 davon sind Kinderhäuser und Kindertagesstätten. Für ältere Kinder gibt es rund 300 Grund-, Sonder- und Förderschulen sowie zirka 90 Haupt-, Real- und Gesamtschulen und Gymnasien. (nz)

 
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