Selbstbestimmtes Lernen bringt bessere Leistung
29.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die Autorinnen der Studie, Angeline Lillard von der University of Virginia in Charlottesville und Nicole Else-Quest von der University of Wisconsin in Madison, haben im zweiten Teil ihrer Studie Zwölfjährige verglichen. Eine Gruppe hatte bis dahin eine städtische Montessori-Schule besucht. Die Kontrollgruppe setzte sich aus Jungen und Mädchen zusammen, die aus Platzgründen nicht aufgenommen worden waren.
Beide Gruppen wurden anhand von Aufsätzen und Fragebögen beurteilt. Montessori-Schüler lieferten kreativere Essays mit vergleichsweise fortgeschrittenen Satzkonstruktionen ab. In der Rechtschreibung und Zeichensetzung unterschieden sie sich nicht von den Kontrollschülern. Ihre schriftlichen Aussagen ließen außerdem erkennen, dass sie einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn entwickelt hatten und ihre Schule als kleine Gemeinde empfanden, in der sie ihren festen Platz hatten.
Wenn strikt ausgeübt, erziele der Montessori-Ansatz akademisch und beim sozialen Verhalten zumindest ebenbürtige, oft aber bessere Ergebnisse als die übliche Bildung, folgern Lillard und Else-Quest.
In den Klassen sitzen unterschiedlich alte Schüler zusammen. Sie arbeiten in Gruppen und mit speziellen Lernmaterialien und können selbst bestimmen, woran. Auf Tests und Benotungen wird verzichtet, teilte die University of Virginia mit.
In Deutschland gibt es nach Angaben des Montessori Dachverbandes rund 1000 Montessori-Einrichtungen. Etwa 600 davon sind Kinderhäuser und Kindertagesstätten. Für ältere Kinder gibt es rund 300 Grund-, Sonder- und Förderschulen sowie zirka 90 Haupt-, Real- und Gesamtschulen und Gymnasien. (nz)

