netzeitung.de«Mona Lisa» lächelte über Mutterglück

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Eine virtuell restaurierte Version der Mona Lisa (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Eine virtuell restaurierte Version der Mona Lisa
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ihr Lächeln gilt als das rätselhafteste der Welt. Doch nun haben Forscher Hintergründiges über Leonardo da Vincis «Mona Lisa» herausgefunden.

Leonardo da Vinci hat während der Arbeit an der «Mona Lisa» das Bild mehrfach übermalt und verändert. Mit Hilfe von Infrarotlicht fanden kanadische und französische Forscher heraus, dass die geheimnisvolle Schöne ursprünglich in ein halbdurchsichtiges Überkleid aus Gaze gehüllt war.

Solche Roben wurden im Italien des 16. Jahrhunderts von schwangeren oder stillenden Müttern getragen, berichtet die kanadische Tageszeitung «Globe and Mail» am Mittwoch (Ortszeit). Das geheimnisvolle Lächeln der «Mona Lisa» könnte demnach das einer glücklichen Mutter sein.

Die Wissenschaftler stellten ihre Erkenntnisse auf einer Pressekonferenz im kanadischen Ottawa vor. Sie mussten jeweils nachts im Keller des Pariser Louvre arbeiten, wo das weltberühmte Gemälde hängt, hieß es. Es ist die erste wissenschaftliche Untersuchung an der Mona Lisa seit 50 Jahren.

Die jetzt durch modernste Technik erkennbare Robe würde die These stützen, dass Da Vincis berühmtes Meisterwerk Lisa Gherardini zeigt, die Frau eines florentinischen Seidenhändlers. Ihr Mann soll Da Vinci damit beauftragt haben, sie zur Geburt ihres dritten Kindes zu malen. Die Robe ist teilweise auch mit dem bloßen Augen zu erkennen, erschien jedoch bisher als Teil des Hintergrunds.

Ferner lassen die Infrarot-Aufnahmen erkennen, dass Mona Lisa in der ersten Version ihre dunklen Haare hoch gerollt und teilweise unter einem Häubchen mit Schleier versteckt hatte. Eine der Hände war ursprünglich leicht verkrampft gemalt, so als ob sie sich an einer Stuhllehne festhalte. Auf dem berühmten Gemälde legt Mona Lisa ihre Hände jedoch ganz entspannt übereinander.

Das 500 Jahre alte Gemälde ist in gutem Zustand, wie die Untersuchungen ergaben. Der zwölf Zentimeter lange Riss im oberen Teil des Gemäldes stammt wahrscheinlich aus dem 18. oder 19. Jahrhundert und wird nicht größer. Mona Lisa wird also noch lange weiter lächeln. (nz)