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Lupe Gimpel-Söhne gehen vor

Eine gute Mutter sorgt gleichermaßen für alle Nachkommen. Bevorzugungen des einen oder anderen Geschlechts gibt es jedoch - und das auch in Vogelnestern.

Die Weibchen von Hausgimpeln legen ihre Eier mit männlichem Nachwuchs später, wenn das Nest von parasitischen Milben befallen ist. Auf diese Weise stellen die Vögel sicher, dass auch die empfindlicheren männlichen Küken flügge werden.

Forscher der US-amerikanischen University of Arizona (UA) in Tucson untersuchen seit fünf Jahren den Bruterfolg von Hausgimpeln (Carpodacus mexicanus), die regelmäßig auf dem Universitätsgelände nisten. Wie nun ein Team um Alexander Badyaev in der Online-Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences» berichtet, haben die Vögel ihr Brutverhalten an das Auftreten der Blut saugenden Milben angepasst.

Die Weibchen legen pro Tag ein Ei, insgesamt meist drei bis sechs. Zu Beginn der Brutsaison im Februar sind die Nester noch milbenfrei. Mit der milderen Witterung werden die Plagegeister jedoch häufiger. Bei der zweiten Brut im Frühling kann der Befall so stark sein, dass Nestlinge daran sterben.

Der Milbenbefall wirkt sich auch auf den Hormonhaushalt der Weibchen aus, fanden die Forscher. Dies führe dazu, dass sie die weiblichen Eier zuerst und die männlichen später legen, sobald die Parasiten auftreten. «Die Mütter verstecken ihre Söhne in den Eiern», wird Badyaev in einer Mitteilung der UA zitiert.

Der veränderte Hormonhaushalt der Weibchen bewirkt zudem, dass sich die Küken in den Eiern schneller entwickeln. Nach dem Schlüpfen sorgen die Mütter für beschleunigtes Wachstum der Nachkömmlinge. Bis zum Flüggewerden sind die Küken genau so groß, wie die aus der milbenfreien Zeit, berichten die Wissenschaftler. Es handele sich um den ersten Nachweis, dass Vogelmütter die Entwicklungsdauer ihrer Küken über die Eiablage und die Aufzucht beeinflussen, sagt Badyaev. (nz)