05.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Hirnaktivierung bei der Sprachwahrnehmung (links, Säugling, rechts Erwachsener)
Foto: PNAS
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Achtsamkeit ist bei der Kommunikation mit Säuglingen geboten. Sätze könnten später wiedererkannt werden.
Kinder im Alter von drei Monaten können kurze Sätze im Gedächtnis speichern. Die Vorgänge in ihrem Gehirn entsprechen bereits denen Erwachsener.
An der Sprachwahrnehmung sind verschiedene Hirnregionen beteiligt. Wie ein französisches Forscherteam jetzt nachgewiesen hat, wird die als Broca-Zentrum bekannte Sprachregion im Hirn von Kleinkindern bei der Wiederholung kurzer Sätze zunehmend aktiviert. Dies deute auf eine Gedächtnisfunktion, berichten die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Magazins «Proceedings of the National Academy of Sciences».
Vom Broca-Zentrum war bisher nur bekannt, dass es bei Erwachsenen für Grammatik und die Formulierung von Sprache verantwortlich ist. Die Forscher um Ghislaine Dehaine-Lambertz vom Institut National de la Santé in Orsay schließen daraus, dass das Hirn eines Babys in hohem Maße organisiert und für Sprache empfänglich ist.
Den Untersuchungen zufolge sind Babys schon in den ersten Lebensmonaten in der Lage, Sprache zu verarbeiten. Dies ermögliche es Babys, lange vor den ersten eigenen Worten die Sprache ihrer Eltern zu erlernen. (nz)