netzeitung.deBabyboom im Nashornwald

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Java-Nashörner (Foto: WWF-Canon/Mike Griffith<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Java-Nashörner
Foto: WWF-Canon/Mike Griffith
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Java-Nashörner sind die seltensten Nashörner der Welt. Doch Spuren lassen nun vermuten, dass sie kürzlich etwas weniger selten geworden sind.

Forscher haben die Geburt von vier Java-Nashörnern im Ujung Kulon Nationalpark auf der indonesischen Insel Java bestätigt. Die Naturschutzorganisation WWF begrüßt den Zuwachs, verweist jedoch auf weitere Schutzmaßnahmen, die notwendig sind um das Überleben des Rhinoceros sondaicus zu sichern.

Ein Team aus Wildhütern, WWF-Fachleuten und Einheimischen hat sich im Nationalpark auf Spurensuche begeben, um nach dem jüngsten Erdbeben auf Java Ende Mai nach den Nashörnern zu sehen. Innerhalb von ein paar Tagen fand das Team in unterschiedlichen Gebieten kleine Nashorn-Fußabdrücke neben größeren. Einige der Spurensucher begegneten sogar einem Jungtier mit seiner Mutter.

Da die einzelnen, kleineren Fußabdrücke und die Begegnung in größerer Entfernung voneinander lagen, schließt das Team auf vier Jungtiere. Dies sind die ersten bekannt gewordenen Geburten von Java-Nashörnern in den letzten drei Jahren. Jetzt hofft der WWF, dass die aufgestellten Fotofallen bald Aufnahmen der Jungtiere machen werden.

«Das ist ein überraschender Babyboom», sagt Stefan Ziegler, WWF-Artenschutzexperte. Die Geburt von vier Jungtieren lasse vermuten, dass sich der Bestand zumindest auf Java erholt, sagt Ziegler. Weltweit gibt es nur noch maximal 65 Java-Nashörner. Zwischen 28 und 56 Tiere leben im Ujung Kulon Nationalpark, die einzige andere bekannte Population lebt im Cat Tien Nationalpark in Vietnam. Dort gibt es vermutlich nur acht Nashörner.

Zum Schutz der Population auf Java müsse der Ujung Kulon Nationalpark besser gegen streunendes Weidevieh abgegrenzt werden, fordert der WWF. Das Vieh könnte Krankheiten übertragen und macht den Nashörnern Konkurrenz um Futter und Lebensraum. Außerdem soll eine zweite Nashornpopulation außerhalb des Parks angesiedelt werden. Ansonsten könnte die gesamte Population auf Java durch eine Wildtier-Krankheit oder eine Naturkatastrophe ausgelöscht werden. (nz)